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Reisepraxis

Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Lesers möchte ich hier ein paar Anmerkungen zu meiner Reisepraxis geben. Ich sehe mich dabei weder als typischer noch als Vorzeige-Reisender. Im Gegenteil! Dennoch will ich euch hier einen kleinen Einblick in meinen Reisealltag geben. Sei es, dass ihr doch einige Anregungen herauslesen könnt. Sei es als abschreckendes Beispiel. Mein Reisealltag ist weder typisch, noch vorbildlich noch auf andere übertragbar. Es ist mein ganz persönlicher Stil!

Plus Nach welchen Kriterien suchst du deine Nachtplätze aus?
Plus Kochst du? Backst du Brot? Wie ernährst du dich? Wie ergänzt du deine Vorräte?
Plus Woher beziehst du Wasser und Gas? Wie entsorgst du Schwarz-/Grauwasser?
Plus Wie beschaffst du Ersatz- und Verschleißteile?
Plus Was packst du zum Trekking in den Rucksack?

 
Die Antworten auf jede dieser Fragen kann man kurz und bündig formulieren: "Es kommt ganz darauf an!". Die Situationen und Gegebenheiten unterscheiden sich von Land zu Land, ja von Region zu Region so stark, dass man allgemein gültige Antworten gar nicht gegeben kann! Gerade das macht ja einen der Reize des Reisens aus, dass sich alles vielleicht nicht täglich ändert, zumindest aber wöchentlich. Reisealltag kommt, wenn ihr es richtig anstellt, gar nicht auf! Also heißt es unterwegs immer wieder, von neuem nachzudenken, von neuem eine Lösung zu finden. Und die Lösungen schauen eben in Canada anders aus als in Nicaragua!

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Nach welchen Kriterien suchst du deine Nachtplätze aus?

 

In der Statistik könnt ihr nachlesen, das ich allenfalls ein Drittel meiner Nächte auf Campingplätzen oder ähnlichem verbringe. Das ist natürlich von Land zu Land völlig unterschiedlich. Gerade in den 'zivilisierten' und übervölkerten Ländern Mitteleuropas erscheint es mir zunehmend schwieriger, taugliche Orte für eine Übernachtung zu finden, die nicht 'Campingplatz' - oder zumindest 'Wohn­mobil-Stellplatz' - heißen. Schließlich wollen ja die Gemeinden von deinem Dasein profitieren! Allerdings gibt es auch rühmliche Ausnahmen, vor allem in touristisch häufig frequentierten Regionen mit aufgeschlossenen Bürgermeistern.

Im außereuropäischen Ausland sieht das anders aus: manchmal schlechter, meistens aber wesentlich besser!

Foto Canada Nordamerika - inklusive Canada - gehen da mit gutem Beispiel voran. Camping - und Reisen mit dem RV  - ist dort eine Art Lebensgefühl und hat einen ganz anderen Stellenwert als in Europa (siehe auch hier bzw. hier ). Neben den zahllosen offiziellen Campgrounds gibt es unzählige Plätze zum boondocking, wie das dort heißt. Zum wild - und kostenlos - Campen also. Dazu gibt's eine ganze Reihe von Führern und das Internet ist voll von Boondocking-Vorschlägen. So kann man nicht nur eine Menge Geld sparen, sondern auch allein und ruhig in Gottes herrlicher Natur stehen. Meist weit idyllischer als auf irgend einem offizielllen Campground. Ein weiterer Quell der Freude sind oft die Stellplätze der 'NF', der staatlichen Waldbehörde ('National Forest Bureau'), die zahlreiche kostenfreie Stellplätze im/am Wald unterhalten.

Und im Rest der Welt?

Tja, im Rest der Welt kommt es sehr stark auf das Land an. Und auf eure Art zu reisen, sprich eure fahrbare Unterkunft. Wenn ihr abends das Dachzelt (oder ein normales Bodenzelt) aufschlagt, schaut die Stellplatzwahl ganz anders aus, als wenn ihr euer weitgehend autarkes Gefährt nur 'irgendwo' abstellen müsst. Zudem hat jeder Reisende seine ganz persönlichen Vorlieben, wo und wie er übernachten möchte. Schließlich heißt das ganze ja Individualtourismus! Ihr seht, es kommt ganz darauf an.

Dennoch möchte ich versuchen, euch meine Stellplatzwahl etwas erläutern. Wobei mein persönlicher Tenor ganz einfach ist: "Je weniger Menschen von deinem Stellplatz wissen, desto weniger können auf die Idee kommen, daraus irgendwelche (für dich negative) Vorteile zu ziehen!". Mir ist klar, dass ich mir mit dieser Philosophie ganz, ganz viele furchtbar nette Begegnungen mit vielen freundlichen Einheimischen entgehen lasse! Aber eben auch die eine unschöne Erfahrung, die den Rest der Reise zunichte machen kann. Daher praktiziere ich meine Philosophie auch nicht ausnahmlos. Wie gesagt: Es kommt immer darauf an!

Foto Mexiko Wenn ihr mal eine Weile unterwegs seid, werdet ihr ein Gespür dafür entwickeln, ob ein Stellplatz 'halbwegs sicher' ist. Denn Sicherheit steht an alleroberster Stelle! Oder ihr fragt die Einheimischen, ob und wo ihr stehen bleiben könnt. Gelegentlich - abhängig von Land und 'Leuten' - werdet ihr dann schon mal eingeladen und gebeten, auf dem eigenen Hof, direkt am eigenen Haus zu parken. Wenn nicht gleich im Schlafzimmer des Hausherrn zu nächtigen. Dass man in solchen Fällen erst einmal freundlich ablehnt und erst bei wiederholter Einladung diese annimmt, versteht sich wohl von selbst. Und hinterher ein kleines Gastgeschenk parat hat, versteht sich auch!

Nach welchen Kriterien suchst du denn nun deine Nachtplätze aus?

Meine persönlichen Kriterien - die sich auf inzwischen drei Langzeitreisen ganz gut bewährt haben - sind folgende:

  1. Stellplatz muss ruhig sein (so ruhig wie irgend möglich)
    ein Platz direkt an der Hauptstraße ist wenig verlockend; in manchen Ländern bieten 24h-Tankstellen einen 'sicheren' Stellplatz an, dort muss dann aber die ganze Nacht mit Kommen und Gehen von Brummis gerechnet werden!
  2. Stellplatz soll von der Hauptstraße aus nicht einsehbar sein (besser noch: von nirgends her einsehbar)
    Je weiter ihr von der Hauptstraße wegkommt, desto besser. 1km bis 2km sind in meinen Augen das Minimum! An besten eine schmale Seitenstraße rein, dann nochmals abbiegen! Waldgebiete machen die Suche einfacher, weite, offene Landschaften eher schwieriger.
  3. Stellplatz muss halbwegs eben sein
    Schlafen in einem abschüssigen Bett garantiert eine unruhige Nacht; bei abschüssigem Stellplatz Kopf nach oben betten, sonst gibt's Kopfweh; absolut waagerechtes Stehen ist nicht zwingend notwendig; ein Bettrost mit anhebbarem Kopfteil (zu Hause die Norm) ist bei abschüssigen Stellplätzen ein Riesen Vorteil!
  4. Stellplatz soll ein schnelles Verlassen im Notfall ermöglichen
    So parken, dass ihr ohne großes Rangieren wegfahren könnt; schmale Ausfahrten vermeiden, denn die sind leicht zu blockieren;
  5. Nette Landschaft außenherum wäre noch das i-Tüpfelchen
    Wer frühstückt nicht gerne in einer netten Umgebung?
  6. Ausrichtung nach Sonne und Wind beachten!
    Wenn ihr vor lauter Auswahl gar nicht wisst, wohin am besten, schaut mal nach der Sonne, bzw. woher der Wind weht. Die Eingangstüre im Windschatten zu haben ist immer gut, manchmal stellt man sich aber lieber so, dass die Windgeräusche minimal sind (gilt u.a. für Patagonien und ebene Wüstenregionen). Abends noch eine Runde in der Sonne sitzen ist auch toll. Morgens von der aufgehenden Sonne geweckt zu werden, nicht weniger. Je nachdem, wie ihr es gerne habt.
  7. Bei Stellplatz in der Stadt: dunkle Gegenden meiden, lieber mitten auf dem Hauptplatz stehen
    Ja, das liegt wohl auf der Hand, auch wenn 'mittendrin' der Lärmpegel deutlich höher liegt. Aber Sicherheit geht nun 'mal vor!

Foto Kolumbien Natürlich wird nicht jeder Stellplatz alle Kriterien erfüllen. Das wäre doch zu schön! Da muss man zum Teil schon ein paar Abstriche machen, manchmal sogar sämtliche Augen zudrücken. Und nehmen, was sich anbietet. Ja, und dann macht es auch einen Riesen Unterschied, ob ihr wirklich nur über Nacht dort stehen und gleich am nächsten Morgen weiterfahren - oder mal zwei, drei Nächte an einem Fleck bleiben wollt. Klar ist: je länger ihr bleiben wollt, desto mehr Kriterien sollten erfüllt sein!

Erwähnenswert erscheint mir vor allem, nicht erst bei Einbruch der Dämmerung anzufangen, nach einem geeigneten Platz Ausschau zu halten! Es gibt tatsächlich Gegenden, da ist auf Hunderte von Kilometern kein einziger, auch nur annähernd akzeptaler Stellplatz zu finden. Bricht dann 'ganz plötzlich' die Nacht herein, wird die Stellplatzsuche noch viel schwieriger! Also frühzeitig anfangen, die Augen offen zu halten! Ab Mittag, spätestens ab drei, vier Uhr am Nachmittag.

Wenn ihr lieber nicht ganz so ins Blaue hineinfahren wollt (was für mich einen der Hauptreize des Reisens ausmacht), gibt's ein nettes Internet-Tool, in dem Tausende möglicher Stellplätze in aller Herren Länder (luxuriöse Campingplätze bis hin zu gerade noch akzeptablen Stellplätzen) aufgelistet sind. iOverlander. Ihr könnt das Gesamtverzeichnis oder Listen bestimmter Länder runterladen und somit auch offline arbeiten. Da das Verzeichnis von einer Menge Leute gefüttert wird (die alle unterschiedliche Vorstellungen von einem 'tollen' Stellplatz haben) schwankt natürlich auch die Qualität der Angaben. Unter'm Strich aber eine wirkliche Hilfe unterwegs!

Aber es gibt noch Millionen wirklich netter Stellplätze, die nirgends verzeichnet sind! Selber suchen macht Spass! Und vielleicht denkt ihr daran, dass das auch so bleiben soll! Oder wollt ihr euren Super-Trooper-Spitzen-Stellplatz beim nächsten Besuch mit fünf anderen Liebhabern teilen? Und die Gegend mit Flaschen, Dosen und weißen Papierfetzen übersäht vorfinden ?

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Kochst du? Backst du Brot? Wie ernährst du dich?
Wie ergänzt du deine Vorräte?

 

Foto Ausbau Wenn ihr die Bilder meiner Küche anschaut werdet ihr sicher denken "Whoooow, da muss ja ein Meisterkoch am Werk sein!" Um der Wahrheit den Vortritt zu lassen: ein großer Sternekoch ist an mir nicht verloren gegangen! Manchmal habe ich sogar Probleme, das Teewasser nicht anbrennen zu lassen! Und mal ganz ehrlich: warum soll ich mich eine Stunde lang in die Küche stellen, irgendetwas zubereiten und hinterher noch eine halbe Stunde abspülen? Wenn es draußen die leckersten Gerichte zu erstehen gibt? Frisch zubereitet. Köstlich. Für ein paar läppische Cent. Das ist doch viel ökonomischer! Schmeckt, ist abwechslungsreich und mindestens genauso nahrhaft wie das selbstgekochte!

Zwei Ausnahmen gibt es. Da wird auch nicht dran gerüttelt: Frühstück und Brot!

"Frühstücke wie ein König, Esse zu Mittag wie ein Bürger und zu Abend wie ein Bettelmann!" Das Sprichwort zur gesunden Ernährung kennt ihr vielleicht. Ich halte mich daran, das Frühstück ist für mich die wichtigste Mahlzeit. Ohne bin ich den ganzen Tag schlecht drauf! Also gibt's (mindestens):

Foto Marokko

Frühstück gibt's meist direkt nach dem Aufstehen und dem morgendlichen Badbesuch. Hetze ist mir dabei ein Gräuel - wie bei anderen Dingen auch! Also wird das Frühstück genossen, dazu läuft gute Musik oder gelegentlich mein 'Frühstücksfernsehen': ein schönes Filmchen auf dem Tablet. Ist die landschaftliche Umgebung nicht wirklich einladend, kommt es auch mal vor, dass ich mich erst 'ne Stunde oder so hinters Steuer klemme und einen ansprechenderen Frühstücksplatz suche. Schließlich ist Genießen angesagt!

Foto Peru Die weiteren Mahlzeiten fallen dann meist deutlich mickriger aus. Es gibt Tage, an denen ich nach dem reichhaltigen Frühstück gar nichts weiter brauche! Allenfalls eine Tasse Kaffee und einen Snack am Nachmittag. Oder ich sehe unterwegs ein Restaurant oder einen netten Imbiss am Straßenrand, an dem ich kurzerhand einkehre. Wie gesagt, das Essen 'am Straßenrand' ist hier billig, schmackhaft und lecker (und clean!). So bleibt die Küche sauber und mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens.

Shoppen und Vorräte beschaffen ist ein ganz anderes Thema. In Nordamerika geht der Reisende eben in den Supermarkt und holt sich, was er braucht. Das Angebot ist riesig - um nicht zu sagen übergroß. Und man findet alles, was das Herz begehrt. Bis auf zwei Dinge: Brot und Tee. Ich meine richtiges Brot, nicht die weiße Pampe, die ihr vom 'großen M' kennt. Leckeres Brot, wie wir es aus Deutschland oder Frankreich kennen, ist in den Staaten nicht erhältlich. Nicht mal beim deutschen Bäcker! In Mexiko und Canada ist die Brotsituation ein klein wenig besser, aber nicht wesentlich! Was man in weiten Teilen Amerikas ebenfalls nicht bekommt, ist Tee. Richtiger Tee, nicht der Verschnitt aus den Teebeuteln. Hier bildet nur der Osten Canadas eine rühmliche Ausnahme, wo es in jedem Supermark eine reiche Auswahl für die eingewanderten Briten gibt. Sogar Lady Grey! Aber sonst: Fehlanzeige! Die Teesituation bessert sich erst in Peru, wo es dann argentinischen Maté gibt, der auch recht lecker ist - aber ganz anders zubereitet wird.

Foto Ecuador Shoppen in den restlichen Ländern ist auch wieder ein ganz anderes Thema. Frische Sachen, Obst, Gemüse findet ihr gewöhnlich auf den lokalen Märkten. Vielleicht nicht ganz so ansehnlich aufgemacht wie im Supermarkt, dafür billig, frisch und schmackhafter als das Zeug aus dem Regal! Haltbare Dinge, Konserven, und Dinge, die nur die Touris (oder EXPATs) brauchen, findet ihr hingegen nur im Supermarkt! In den großen Städten sind sie überall zu finden, meist allerdings mitten in der Stadt - und oft genug völlig ohne Parkmöglichkeit (die Locals fahren mangels eigenen Fahrzeug mit dem Taxi oder Tuk-Tuk zum Einkaufen)! Auch das Sortiment ist dort eher bescheiden und die Preise eher von der gehobenen Sorte.

Wenn ihr also auf irgend einen Teil eures Menüplans partout nicht verzichten wollt: packt ausreichend Vorräte ein oder bunkert dort gehörig auf, wo ihr das Leckerlie finden könnt.

Da die Brotsituation bekanntermaßen in vielen Teilen der Welt ähnlich bescheiden ist wie in den USA, backe ich eben mein Brot gern selber. Rezepte gibt's genug, Mehl (zumindest Weizenmehl) ist an vielen Orten erhältlich und Hefe- oder Sauerteig kann man über Monate aufheben (sprich als Vorrat mitnehmen) oder vor Ort bekommen. Und der Duft, wenn das frisch gebackene Brot aus dem Ofen kommt, ist einfach unbeschreiblich! Hmmmmmh.

Ach ja, wenn ihr gerade in Ecuador unterwegs seid, schaut bei Patricia auf der Finca Sommerwind vorbei, sie backt das beste Brot der ganzen Region!

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Woher beziehst du Wasser und Gas?
Wie entsorgst du Schwarz-/Grauwasser?

 

Lasst uns mit dem einfachsten beginnen: Propangas. Ich habe zwei graue 11-kg-Flaschen an Bord. Und die reichen ... und reichen ... und reichen. Da ich damit nur koche und backe (keine Heizung), reicht eine Flasche ein gutes Jahr (!). Mehr als genug Zeit, sich nach einer Nachfüllmöglichkeit umzutun. Sowohl in Nord- wie in Südamerika ist Propangas ein ganz normaler Brennstoff, der an 'jeder Straßenecke' zu bekommen ist, meist in Form von 5kg-Flaschen. An denen natürlich die Anschlüsse nicht passen. Aber die gibt's im lokalen Fachhandel und mit ein bißchen Geschick kann man sich schnell einen Adapter bauen! Kein Problem also, hier Nachschub zu bekommen.

Etwas anders schaut's beim Auffüllen der europäischen Gasflaschen aus. Für die USA gibt's dazu im deutschen Fachhandel fertige Adaptersets, mit denen die Flaschen an jeder Tankstelle (die Propangas führt, aber das sind 80%) nachgefüllt werden können. Nicht immer bis zur maximalen (europäischen) Füllgrenze, denn die Füllstationen schalten bei einen gewissen Innendruck ab. Das entspricht dann meist einer ¾-vollen Flasche.

In Canada und Südamerika musste ich (nach den Verschiffungen, auf denen die Gasflaschen leer sein mussten!) die kompletten Flaschen auffüllen lassen. In Canada wurde dazu direkt aus einem Hochtank umgefüllt (ähnlich wie an den US-Tankstellen; mit US-Adaptern; gefunden über die 'gelben Seiten'), in Kolumbien wurde das ganze direkt in der Gasraffinerie von Cartagena bewerkstelligt (die sich wohl ihre eigenen Adapter gebastelt haben; gefunden durch 'Rumfragen' und 'iOverlander' (s.o.)). Beide Male völlig problemlos und bis zum Maximalgewicht gefüllt. Und beide Male saubillig - legt man die horrenden Nachfüllkosten in Deutschland zu Grunde.

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Foto Canada Sauberes Wasser zu bunkern, ist auch kein größeres Problem. In Canada und Nordamerika an jedem Wasserhahn (z.B. auf Campgrounds oder an Tankstellen) zu bewerkstelligen. In den übrigen Ländern sollte man eben fragen, wo es Trinkwasser gibt bzw. ob das Wasser aus dem Wasserhahn trinkbar ist. Dort, wo das Wasser aus dem Hahn definitiv nicht trinkbar ist, gibt's zwei Alternativen: entweder ihr findet in der Nähe eine 'Trinkwasserfabrik', in der sauberes, trinkbares Wasser verkauft wird (z.B. Mexiko, Honduras, Peru). Meist sind die Betreiber so freundlich und füllen auch direkt in euren Tank ab - gegen eine kleine Gebühr, versteht sich. Oder ihr geht in den Supermarkt und kauft die dortigen 5- oder 10-Gallonen Plastikgefäße voll trinkbarem Nass (kennt ihr vielleicht aus den gängigen Trinkwasserspendern; Preis erschwinglich) und füllt diese in euren Tank um.

Generell hilft natürlich ein großer Vorratstank, um Regionen zu überbrücken, in denen die Wasserversorgung eher mau ist. Andererseits habe ich häufig auch solches Wasser gebunkert, das die Einheimischen als 'nicht trinkbar' bezeichnet hatten. Denn die Lokals sind, was Trinkwasser anbetrifft sehr viel vorsichtiger als unsereins. Gerade dem Touristen gegenüber wird so manches als nicht trinkbar bezeichnet, was bei einem intakten Magen durchaus genießbar ist. Eine gute Filteranlage tut ein übriges - bei der Lady Grey ist ein 2-Stufen-Filter mit 100-μm und 10-μm verbaut (der aber bei Viren- oder Bakterienbefall wenig Wirkung hat). Dieses Wasser trinke ich dann meist auch direkt, da mir (a) die Schlepperei mit den Getränkekisten/-kartons zu lästig ist und (b) die meisten alkoholfreien Getränke so pappsüß sind, dass man davon nur noch mehr Durst bekommt.

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Und wohin gibst du dein ganzes Abwasser?

Nun, auch hier kommt es darauf an. Zunächst habe ich - dank einer genialen Toilette - keinerlei Schwarzwasser zu entsorgen. Die eingeschrumpften Fäkalabfälle mitsamt dem Toilettenpapier gebe ich in den regulären Restmüll. Der Beutelinhalt schaut zwar etwas unappetitlich aus, ist aber chemisch und biologisch neutral. Somit im Restmüll gut aufgehoben, ganz gleich, ob der später verbrannt (wie in Europa) oder irgendwo deponiert wird (wie im Rest der Welt). Außerdem muss ich nur zirka alle drei Monate (!) einmal einen 20l-Sack entleeren. Ein gewaltiger Unterschied zu den zwei- bis dreitägigen Entleerungsintervallen der chemiebelasteten Porta Potis!

Der zugehörige 50l-Urintank muss ungefähr alle zwei Wochen entleert werden. Dazu suche ich mir ein abgelegenes Fleckchen in der Wildnis oder einen Abwasserablauf in der Stadt. Die Flüssigkeit müffelt zwar anfangs ein wenig (eben wie stark verdünnter Urin), ist aber ebenfalls biologisch wie chemisch einwandfrei und wird im Norden Europas sogar als Düngemittel verwendet. Also auch hierbei kein schlechtes Gewissen.

Bleibt das reguläre Abwasser, auch als 'Grauwasser' bezeichnet. Also, das was beim Abspülen, aus dem Waschbecken oder der Dusche abrinnt. Das wird zunächst gesammelt (150l-Tank) und meist gemeinsam mit dem Urin entsorgt. Da ich allenthalben biologisch abbaubare Seifen bzw. Spülmittel verwende, habe ich dabei kein allzu schlechtes Gewissen. Dennoch achte ich darauf, dass das Abwasser nicht direkt in oberirdische Wasserläufe gelangt, vielmehr durch einen Sand- oder Erdfilter vorgesäubert wird. Also Entsorgung vorrangig in Kiesgruben, an Wäldern oder eben ins Erdreich, weit weg vom nächsten Bach. Und weit weg von der nächsten Ansiedlung - auch das ist klar. In den 'zivilisierten' Ländern kommt' s natürlich (zusammen mit dem Urin) in den Ablauf der Entsorgungsstationen auf den Campgrounds. Wie gesagt, es kommt ganz darauf an!

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Wie beschaffst du Ersatz- und Verschleißteile?

 

Wie, welche Ersatz- und Verschleißteile? Ich fahr doch 'nen MAN! Spass beiseite. Auch ein MAN braucht ab und zu etwas Wartung und Pflege! Die Lady Grey erst recht, schließlich ist sie eine Lady!

Foto Peru Was Ersatzteile anbetrifft, geht erfahrungsgemäß immer das kaputt, was du nicht mitgenommen hast. Trotzdem habe ich in enger Zusammenarbeit mit den Herren vom Ersatzteilservive der MAN in Karlsfeld ein Ersatzteilpaket geschnürt, dass zumindest ein Fortkommen im schlimmsten Notfall sicherstellen soll. Ob wirklich die richtigen Teile drin sind, musste ich bislang Gott sei Dank nicht austesten!

Wenn unterwegs Ersatzteile notwendig werden, gibt's im Prinzip vier Möglichkeiten. Je nach Ersatzteil, Wichtigkeit, Zeit- und Kostenrahmen könnt ihr wählen:

  1. Besorgung auf dem lokalen Kleinteilemarkt:
    Es ist immer wieder erstaunlich, was die lokalen Autoschrauber auf dem Kleinteilemarkt so auftreiben können. Insbesondre Motorenteile und Teile von Fahrzeugen, die auch vor Ort gefahren werden (VW-Bus, 'Rundhauber', Brummis mit dem 'Stern')
  2. Besorgung durch deine Markenwerkstatt:
    Meist kostenintensiver ist die Besorgung durch deine Markenwerkstatt vor Ort. Wenn das Teil aus Deutschland eingeflogen werden muss, kostet es zusätzlich - und dauert! 3 bis 4 Wochen Minimum! Oft sind die lokalen Markenwerkstätten auch nicht willig - oder fähig - das richtige Teil aus Deutschland kommen zu lassen. Ein Gespräch mit dem Niederlassungsleiter und der Hinweis auf die Wichtigkeit hilft gelegentlich. Werkstatt-Adressen vor Abreise besorgen!
  3. Ersatzteilversand durch den ADAC:
    Der berühmte Automobilclub kann dir Ersatzteile in Deutschland besorgen und in jedes Land (nicht nur Mittelmeeranrainer) zuschicken. Hast du die 'Mitgliedschaft plus' zahlst du nur die Ersatzteile! Am besten vor Reiseantritt über Ansprechpartner und Ablauf erkundigen!
  4. Ersatzteilversand durch Angehörige:
    Auch Angehörige können dir natürlich Ersatzteile nachsenden. Je nach Größe können dabei DHL, FedEx oder die anderen Kurierdienste von Vorteil sein. Vorher erkundigen, welcher Kurierdienst vor Ort vertreten ist! Kritisch kann dabei die Zollabwicklung im Zielland werden (50% bis 200% Zoll sind keine Seltenheit!) Vor dem Versand per Fotoaustausch (email) prüfen, ob es die richtigen Ersatzteile sind!

ALT Meine Windschutzscheibe habe ich - nach Rücksprache mit dem lokalen Niederlassungsleiter in Queretaro (Mexiko) - relativ problemlos per Luftfracht erhalten (700USD Fracht). In Costa Rica, Equador und Peru, sogar im ach so modernen Chile hat man - angeblich - keine Antwort auf diesbezügliche Anfragen bei MAN in Deutschland bekommen, als ich ein weniger wichtiges Ersatzteil gebraucht hätte.

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Verschleißteile? Auch da kommt es wieder darauf an! Ist es ein fahrzeugspezifisches Teil, kann euch am ehesten eure Markenwerkstatt vor Ort weiterhelfen. Fahrt ihr ein Gefährt, das auch lokal vertreten ist, ist die Chance groß, dass man euch dort weiterhelfen kann (Verschleißteile für die lokal gängigen Fahrzeuge sind bei den meisten Markenwerkstätten auf Lager). Ist es ein eher unspezifisches Teil (Keilriemen, Ölfilter, Kraftstofffilter o.ä.) werden gegebenfalls auch die Markenwerkstätten weiterhelfen können. Haben sie es nicht selber am Lager, wissen sie, wie sie es zeitnah besorgen können. Auch bei den Verschleißteilen hilft es, einen kleinen Vorrat selber dabei zu haben! So kann man Routinearbeiten auch mal bei einer kleinen (billigeren) Werkstatt durchführen lassen.

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Ein besonderer Hinweis zum Motoröl. In dieser Hinsicht sind wir Mitteleuropäer sehr verwöhnt. Ölwechselintervalle von 20.000 bis 60.000km sind hier ja eher die Regel. Nicht so in vielen außereuropäischen Ländern, z.B. solchen Lateinamerikas! In Ecuador wird beispielsweise ein Wechselintervall von 5.000km angegeben (!!!), in Peru von 10.000km. Das ganze bei Markenölen! Und bitteschön auch immer gleich den Filter mitwechseln! Begründet wird das (a) mit der schlechten Langzeitstabilität des Öls, da es sich durchweg nicht um Synthetiköle handelt! und (b) mit dem hohen Schwefelgehalt des Diesel-Treibstoffs. In diesen Ländern also entsprechend vorbauen! Dass man von jeder Ölsorte, die im Fahrzeug enthalten ist, einen kleinen Vorrat dabei hat, versteht sich wohl von selbst. Dabei Getriebeöl und evtl. Spezialöl (Hypoidöl) für Achsen oder Vorgelege sowie Hydrauliköl (falls ihr irgend etwas hydraulisches an Bord habt) nicht vergessen! Je exotischer das Öl ist, desto mehr Vorrat solltet ihr einplanen.

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Die Beschaffung vom Ersatz- und Verschleißteilen sollte übrigens schon ganz zu Anfang eurer Reiseplanung eine gewichtige Rolle spielen: bei der Auswahl eures Basisfahrzeugs nämlich! Entscheidet ihr euch für einen ganz tolles, aber völlig exotisches Basisfahrzeug, werdet ihr unterwegs größere Schwierigkeiten haben, Ersatz- und Verschleißteile aufzutreiben, als wenn ihr ein gängiges Fahrzeug fahrt. Leider ist die 'Gängigkeit' derartiger Basisfahrzeuge weltweit sehr unterschiedlich! Mag für eine Sibirien-Reise ein URAL durchaus die richtige Wahl sein, so würde man mit dem gleichen Fahrzeug in Afrika oder den Amerikas nur unverständiges Kopfschütteln ernten! Unabhängig von Marke oder Typ gilt weiterhin die alte Fernreiseweisheit: "Je einfacher das Fahrzeug, desto besser!"

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Was packst du zum Trekking in den Rucksack?

 

Möglichst wenig!
Das ist das oberste Gebot (das ich selber auch gern mal übertrete emoticon09). Daneben richtet sich der Inhalt natürlich nach Ziel, Jahres­zeit, Dauer und Ansprüchen. Die Auflistung (aus 1996) ist daher eher ein Anhaltspunkt, möglichst wenig zu vergessen.

ALT
  1. ALLGEMEINES:
    1. Rucksack (je nach nötigem Volumen)
    2. Zelt (Außenzelt, Innenzelt, -stangen, Heringe, Spannleinen)
    3. Schlafsack (je nach erwartetem Temperaturbereich Daune oder Holophil®)
    4. Liegematte Thermarest
    5. Biwacksack (Schutz vor Nässe, wenn Zeltaufbau nicht möglich)
    6. Außentaschen zum Rucksack (falls notwendig)
    7. Regenschutzhülle für Rucksack
    8. Rucksack klein (für Tagestouren)
    9. Nierentasche, Geldkatze
    10. Sitzkissen Alu
    ALT
  2. BERGAUSRÜSTUNG:
    1. Kompass, Höhenmesser, Kartenmaterials, GPS-Gerät
    2. Taschenmesser
    3. Trillerpfeife, Spiegel
    4. Erste-Hilfe-Box (Inhalt s.u.)
    5. Taschenlampe, Stirnlampe, Reservebatterien
    6. Wäscheleine, dünne Reepschnur
    7. Waschmittel (Rei in der Tube)
    8. Fotoapparat, Teleobjektiv, Makroobjektiv, Polfilter
    9. Ersatzkarten (SD-), Ersatzbatterien
    10. Steigeisen, Skistöcke
    11. Eispickel, Eishammer
    12. Schneeschaufel
  3. PERSÖNLICHE AUSRÜSTUNG:
    1. Trekkingjacke, Trekkinghose(n)
    2. Trekking-, Bergschuhe
    3. Gamaschen oder Goretex-Überhose
    4. Gymnastikhose, lange Unterhose(n)
    5. Socken, Strümpfe, dicke Socken
    6. Polarfleece, Sweatshirt(s)
    7. Hemd langärmlig
    8. T-Shirt kurzärmlig
    9. Unterhose(n), Unterhemd(en)
    10. Handschuhe, Mütze, Stirnband, Halstuch
    11. Regenschutz, (Jacke, Hose, Poncho/Mantel)
    12. Brille, Sonnenbrille, Gletscherbrille
    13. Ausweis, Geld, (Kreditkarte)
    14. Handy (für Notfälle)
  4. HYGIENE AUSRÜSTUNG:
    1. Seife, Waschlotion, Handtuch klein
    2. Kontaktlinsen, -pflegemittel
    3. Haarbürste/Kamm
    4. Zahnbürste, -paste
    5. Sonnenschutzmittel fettfrei
    6. Insektenschutzmittel
    7. Taschentücher (Tempo®)
    8. Lippenschutz (Labello®)
  5. SONSTIGES:
    1. Schweizer Messer
    2. Klopapier (wasserdicht verpackt)
    3. Plastiktüten für Müll und zum Verpacken/Sortieren des Rucksackinhalts
    4. Schreibzeug (Kugel-, Filzschreiber, Bleistift)
    5. Schuhfett/ -putzzeug
  6. KÜCHEN AUSRÜSTUNG:
    1. Kocher (Gas, Spiritus o.ä.) mit Windschutz
    2. Benzin, Firestar, Ersatzgenerator für Kocher
    3. Feuerzeug, Streichhölzer
    4. Essnapf, Trinkgefäß
    5. Wasserflasche, Thermosflasche
    6. Besteck (Messer, Gabel, Löffel)
    7. Spüli, Putzschwamm, Geschirrtuch
  7. FRESSALIEN:
    1. Trekkingmahlzeiten
    2. evtl. Kartoffelpüree + Milchpulver
    3. evtl. Eipulver
    4. Müsli gemischt (5 - 6 Löffel pro Tag)
    5. Vollmilchpulver, Nesquick
    6. Getränkepulver (div. Geschmacksrichtungen)
    7. Pulver Mineraldrink
    8. Vitamintabletten
    9. Salz, Salztabletten
    10. Fertigsuppen (Erbsen-, Tomaten-, Ochsenschwanz-, etc.)
    11. Teebeutel (min. 4 pro Tag)
    12. Süßstoff, Zitronensäure
    13. Studentenfutter mit Trockenfrüchten
    14. Brot haltbar, Knäckebrot
    15. Salami, haltbarer Käse
    16. Traubenzucker
    17. Müsliriegel, Knabbereien
    18. WASSER
  8. ERSTE HILFE BOX1:
    1. Alurettungsdecke (Unterkühlung)
    2. Aspirin® o.ä. (Kopfschmerzen)
    3. Immodium®, Metifex® (Durchfall)
    4. Systral® (Allergien, Stiche, Juckreiz)
    5. Bepanthen® (Wunden)
    6. Bepanthen®-Augensalbe (Bindehautentzündung)
    7. Otriven® (Schnupfen)
    8. Frubienzym® (Halsschmerzen)
    9. Mobilat® (Verstauchungen)
    10. Codipront® (Husten)
    11. Antigrippalin® (Gripp.Infekt)
    12. Mullbinden, Pflaster, Leukoplast® (Wundversorgung)
    13. Merfen® Orange (Wunddesinfektion)
    14. Schere, Sicherheitsnadeln, Pinzette, Nähzeug
    1 Genannte Medikamente sind Handelsnamen, gesetzlich geschützt und möglicherweise veraltet/nicht mehr erhältlich


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