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Tipps und Tricks:


Weite Teile besonders dieser Seite werden eine ewige Baustelle bleiben. Im Moment ist es eine eher vollständige Sammlung von Stichpunkten. Vielleicht könnt ihr trotzdem etwas finden, was euch interessiert ... Weitere Hinweise zur Technik der Lady Grey findet ihr im Kapitel Ausbau sowie unter den FAQs.


nach oben Ein paar Worte vorab ...

Bücher über den Ausbau eines Wohnmobils gibt's in Hülle und Fülle . Manch eines davon hat sogar ein paar recht brauchbare Tipps parat (Auszug). Doch was, wenn ihr nicht nur in den kostbarsten vier Wochen des Jahres unterwegs sein wollt, sondern viele Monate, vielleicht sogar ein paar Jahre? Wenn ihr Europa verlassen und Kontinente mit ruppigen Pisten, dafür ohne Campingplatz erkunden wollt? Wenn ihr eure eigene Expedition plant? Wenn ihr Länder kennenlernen wollt, in denen Reisen noch wirklich Abenteuer bedeutet. Wo nicht an jeder Kreuzung eine Tankstelle, eine Werkstatt und ein Supermarkt wartet? Wenn ihr "off the beaten track" reisen wollt? Dann werdet ihr schnell feststellen, daß die handelsüblichen Wohnmobile - und alle Bücher, die darüber geschrieben wurden - an ihre Grenzen stoßen und für euer Vorhaben nicht viel hergeben.

Daher wird in den folgenden Zeilen nicht von 'Wohnmobilen', sondern von Reisemobilen die Rede sein. Auf diesem Gebiet müßt ihr eure Erfahrungen noch weitgehend selber sammeln, obwohl andere schon früher mit den gleichen Fragen und Problemen kämpfen mußten - und teilweise sehr hilfreiche Lösungen parat haben. Damit nicht jeder von euch das Rad neu erfinden muss, habe ich hier ein paar meiner Tipps zusammengetragen, um euch einen Anhaltspunkt zu geben, worauf ihr beim Ausbau eines Fernreisemobils achten solltet.

Natürlich sind meine Erfahrungen und Tipps höchst subjektiv. Nicht für jedes Problem habe ich die perfekte Lösung parat und die Tipps und Tricks sind sicher nicht allumfassend. Vielleicht findet ihr trotzdem den einen oder anderen Kniff, der euch beim Ausbau eures Reisemobils hilft. Es würde mich freuen.


nach oben Was ist denn ein'Reisemobil' genau?

Zugegeben, die Definition und die Abgrenzung zum Wohnmobil ist nicht ganz einfach. Manches Wohnmobil trägt seinen Eigentümer über viele hunderttausend Kilometer durch unterschiedlichste Länder und Erdteile. Doch meist sind dies keine serienmäßigen WoMo's mehr, sondern den härteren Anforderungen angepaßte, verstärkte und verbesserte Versionen. Ein Reisemobil möchte ich daher folgendermaßen definieren:

  • Geeignet für mehrmonatige Reisen außerhalb Mitteleuropas und außerhalb dichtbesiedelter Gebiete
  • Geeignet für unterschiedliche Klima- und Straßen- bzw. Pistenverhältnisse
  • Schwerpunkt der Fahrzeugnutzung liegt auf 'Reisen', nicht auf 'Wohnen'
  • Ein Fahrzeug, in dem ihr euch wohlfühlt, ein (zweiter) Wohnsitz, der nur jeden Tag woanders steht.

nach oben Die schwierigste Frage zuerst: Fahrzeugauswahl

Die Entscheidung für dieses oder jenes Fahrzeug ist wohl die schwerste und nachhaltigste, die ihr zu treffen habt. Ganz gleich, ob ihr euch nach einem gebrauchten umschaut, ein neues bauen lasst oder selbst Hand anlegen wollt.

Das wichtigste vorneweg: das 100% ideale Gefährt gibt es nicht! Es würde einer eierlegenden Wollmilchsau gleichen, wie wir hier in Bayern sagen. Das Fahrzeug soll einerseits so klein und leicht sein, um auch schmale Pisten und enge Straßen bewältigen zu können, dabei aber so groß, daß es die nötige Ausrüstung für mehrere Monate Reisedauer tragen kann. Es soll guten Komfort bieten, um auch lange Transportstrecken ermüdungsfrei hinter sich zu bringen; dabei so robust, daß ihm auch ein paar hundert Kilometer Wellblechpiste nichts anhaben können. Es soll schnell sein, aber auch im Gelände gut durchziehen, es soll viel Nutzlast aufweisen und kaum Sprit verbrauchen. Es soll nicht zu teuer sein (in Anschaffung und Unterhalt), dabei zuverlässig und wenig reparaturanfällig. All das unter einen Hut zu bringen, das gleicht der Quadratur des Kreises! Wenn ihr es geschafft habt, lasst es mich bitte wissen.

Also sind Kompromisse gefragt! Eine recht genaue Vorstellung davon

  • mit wie vielen Leuten ihr losziehen wollt
  • wie lange eure Reisen dauern sollen
  • wo ihr vornehmlich hinfahren wollt
  • was ihr unterwegs unternehmen wollt
  • welchen Grad von Unabhängigkeit ihr anstrebt

ist bei der Abwägung der Pro und Cons sehr hilfreich. Wie bei den meisten Entscheidungen hat es sich hilfreich erwiesen, die Rahmenpunkte tatsächlich auf ein Stück Papier niederzuschreiben und mit den Mitreisenden zu diskutieren. Es gibt nichts unangenehmeres als ein Fahrzeug zu fahren, zu dem nicht alle Beteiligten "Ja und Amen" gesagt haben!

Ein paar Stichpunkte, die euch bei der Entscheidung helfen sollen, findet ihr im folgenden. Darüber hinaus gibt's gerade zu diesem Punkt ein wenig einschlägige Literatur und es lohnt sich, darin aufmerksam zu schmökern: jeder Autor hat da natürlich sein Idealfahrzeug und ist ganz versessen auf seinen Landcruiser, VW-Bus, MAN, Tatra 8x8 - oder Unimog!

  • Kleines Fahrzeug (Landrover, Landcruiser, Pajero etc.):
    • Große Auswahl an verschiedenen Modellen
    • Billig in Anschaffung und Unterhalt
    • Billig und sicher bei Verschiffungen (im verschließbaren Container)
    • Modelle mit Klapp- oder Hubdach bieten Platz für Schlafmöglichkeit quasi im Fahrzeug
    • Fahrzeug (evtl. ohne Einrichtung) leicht zu veräußern
    • Paßt in die heimische Garage (Höhe)
    • Kann als Zweitfahrzeug eingesetzt werden, wenn ihr gerade mal nicht unterwegs seid
    • Schlafmöglichkeit im Dachzelt
    • Als Fernreisemobil bedingt einsetzbar, sofern man in warmen (trockenen) Ländern reist, wo man draußen "lebt"
    • Begrenzte Zulademöglichkeit für Sprit, Wasser, Vorräte, Ausrüstung
    • Modelle mit praktischem Hochdach in Europa kaum erhältlich (Import ?)
    • Wenig Platz zum Aufenthalt bei schlechtem Wetter, obwohl es auch hierfür clever ausgetüftelte Lösungen gibt (z.T. sogar ohne Dachzelt)
    • wenig Möglichkeit, sich vor Schaulustigen zurückzuziehen (was in Teilen Afrikas oder Indiens schon mal ganz angenehm sein kann)
    • Fenster sind im Gesichts- und Schlagfeld "böser Buben", man sieht von außen, was in Innern los ist (auch bei verspiegelten oder innen verhängten Scheiben). Wie schnell und unauffällig ist ein Fenster eingedrückt und der Wagen seines Inhalts beraubt!
  • Mittelgroßes Fahrzeug (Unimog, Pinzgauer 6x6, VW / MAN etc.):
    • Geringe Modellauswahl
    • Hohe Zuverlässigkeit, in allen Aspekten für Geländeeinsatz konzipiert
    • Ausreichende Zulademöglichkeit für Sprit, Wasser, Vorräte
    • Hohe Bodenfreiheit (zum Teil Portalachsen) und hohe Geländetauglichkeit
    • Große Reifen (geringeres Risiko für Reifendefekte), aber meist wenig gängige Spezialgrößen (Ersatzbeschaffung !)
    • Ausreichende Chassislänge, um Wohnkabine aufzusetzen
    • Selten komfortabel, da nicht für Langstrecken konzipiert
    • Lückenhafte Ersatzteilversorgung weltweit
    • Höherer Anschaffungspreis (von ausgedienten Bundeswehr-Fahrzeugen z.B. Unimog 404 abgesehen)
    • Höhere Kosten und Sicherheitsrisiko bei Verschiffung (Container meist nicht möglich)
  • Großes Fahrzeug (Bundeswehr-MAN 6x6, LKW's ganz allgemein):
    • Große Modellauswahl
    • Komfortabel, für Langstrecken konzipiert
    • Hohe Zuverlässigkeit, für professionellen Einsatz konzipiert
    • Dichtes Werkstattnetz, meist passable Ersatzteilversorgung weltweit
    • Ausreichende Bodenfreiheit (aber keine Portalachsen)
    • Große Reifen (geringeres Risiko für Reifendefekte)
    • Viel Platz und Zulademöglichkeit für Sprit, Wasser, Vorräte
    • Unterschiedliche Chassislängen, um Wohnkabinen jeder Größe aufzusetzen
    • Teuer in Anschaffung und Unterhalt
    • Hohe Kosten und Sicherheitsrisiko bei Verschiffung (Container nicht möglich)
    • Nicht für schmale Pisten und Gebirgsstrecken geeignet, manche Wild-Reservate Afrikas verweigern Zufahrt, abhängig von Achslast oder Gesamtgewicht
    • Auffälliges Erscheinungsbild

Spätestens, wenn Ihr euch für ein großes (evtl. auch mittleres) Fahrzeug entscheidet, werdet ihr euch auch Gedanken um ein "Zweitfahrzeug" machen müssen. Nicht alle Straßen (selbst solche in Mitteleuropa) sind dafür geeignet, mit einem breiten/langen/schweren Gefährt befahren zu werden. Viele Städte sperren inzwischen die "Großen" komplett aus, teilweise schon ab 3,5t Gesamtgewicht (wie in Frankreich). Oft ist es aber einfach nur lästig, mit dem "Großen" durch die Stadt zu kurven. Auch für den dann doch etwas längeren Weg zum Semmeln holen oder zum Strand muss es nicht immer "der Große" sein.

Manche haben dann einen kompletten PKW mit an Bord (oder auf dem Anhänger). Andere begnügen sich mit einem Motorrad, Roller oder einem Fahrrad. Das hängt ganz von der eigenen Sportlichkeit und den eigenen Vorlieben ab. Natürlich auch vom verfügbaren Platz und eurem Gesamtgewicht!

Gerade letzteres solltet ihr nicht ganz außer Acht lassen, auch wenn einem 10-Tonner ein paar (hundert) Kilos mehr oder weniger nicht umbringen werden. Die zulässigen Gewichte sollten schon eingehalten werden. Dazu muss das Zweitfahrzeug (pistentauglich) untergebracht und irgendwie auch 'rauf- und runterbefördert befördert werden! Da kommen zum Moped schnell nochmal zwei- / dreihundert Kilo für den 'Aufzug' zusammen. Das ganze dann meist am Heck des Fahrzeugs (weil anderswo kein Platz ist). Überlegt das vor dem Entscheid für das Basisfahrzeug!


nach oben Wie will ich reisen, wo will ich nächtigen ?

Jeder hat hier seine individuellen Vorlieben - das Reisemobil macht's ja möglich. Manche stehen jeden Abend auf einem Campingplatz (manche sogar wochenlang auf dem gleichen), genießen Dusche, Toilette, Bar, Restaurant und erzählen dem Camper von nebenan, wo sie mit ihrem WoMo schon überall waren. Andere ziehen das 'Tausend-Sterne-Hotel' vor, stehen irgendwo in der Prärie, am Strand oder auf einem ruhigen Parkplatz, was sich eben unterwegs, in fernen Ländern so ergibt.

Von euren persönlichen Vorlieben ist die Auswahl des Fahrzeugs abhängig. Der 'Campingplatz-Reisende' kann sich jeden Abend ausbreiten, kann Tisch und Stühle vor dem Fahrzeug aufbauen, kann draußen kochen und leben. Nur zum Schlafen wird er sich in sein trautes Wohnmobil oder ein separates Zelt zurückziehen. Das gleiche gilt für den Wüstenreisenden, der nach aufregender Quersandeinfahrt seinen idyllischen Nachtplatz inmitten des endlosen Sandmeers gefunden hat. Beide brauchen eigentlich nur einen Lastesel für Ausrüstung und Vorräte, kein Reisemobil im eigentlichen Sinn. Trotzdem werden beide nicht mit dem gleichen Fahrzeug losziehen - die Anforderungen sind zu unterschiedlich.

Eine andere Kategorie bilden diejenigen, die in dichter besiedelte Länder fahren. Oder solche, die nicht jeden Abend einen Campingplatz suchen wollen - oder können. Da ergibt sich schnell 'mal der Wunsch, nach einem anstrengenden Tag Fahrerei abends einfach die Türe hinter sich schließen zu können. Alles weitere findet dann nicht mehr unter den Augen Tausender Neugieriger statt. Das kann zwar 'mal ganz interessant und lustig sein (vor allem für die Umstehenden) und zum näher Kennenlernen regt es allemal an, doch wenn ihr euch monatelang allabendlich in einer ähnlichen Situation wiederfindet, lernt ihr das eigene Schneckenhaus, in das ihr euch zurückziehen könnt, schnell schätzen. Die Türe könnt ihr ja trotzdem offen lassen, wenn ihr gerne jemanden kennenlernen wollt (Tipp: großformatige Fotos eurer früheren Reisen haben sich als ausgezeichnete Kontakthelfer bewährt).

Ganz zu schweigen von jenen, die auch mal in kältere oder stürmischere Länder fahren, sei es nun Norwegen, Island, Kanada oder Patagonien. Oder einfach nur zum Schifahren in die Alpen. Da seid ihr heilfroh, wenn sich die gute Stube auch heizen läßt und der Sturm nicht durch alle Ritzen pfeift oder am Zelt rüttelt.

Und noch etwas: im Grunde bin ich ein arg fauler Mensch. Ihr nicht? Nichts hasse ich so sehr, wie andauerndes Hin- und Herräumen: um an den Zucker für den morgendlichen Kaffee zu kommen, müssen erst die zwei Körbe mit Klamotten weggeräumt werden, dann die schwere Vorratskiste beiseitewuchten. Die drei Töpfe, die sowieso immer klappern, stehen auch noch im Weg. Zugegeben, mit ausgeklügelter Einräumerei und ein wenig Ordnungssinn könnt ihr das in Grenzen halten, aber irgend etwas steht mit Sicherheit immer im Weg, klappert oder ist leider im Moment trotz all der farblich sortierten Körbchen gerade nicht zu finden. Darf's vielleicht heute Kaffee ohne Zucker sein?

Ihr seht schon, es gibt eine Menge Gründe, sich nach einem 'ordentlichen' Reisemobil umzutun. Und wie schon anfangs erwähnt, ist ein Wohnmobil (nach deutschem DIN-Standard) noch lange kein Fernreisemobil, obwohl es doch so wohnlich und komfortabel ausgestattet ist. Eine Frage allerdings kann ich euch an dieser Stelle nicht beantworten: Was ist das richtige Reisemobil? Ich kann euch nur den einen Tipp geben: Stöbert in den Büchern und einschlägigen Zeitschriften, schaut euch die Fahrzeuge anderer Globedriver an und redet mit den Fahrern und den Mitreisenden ... und bald werdet ihr ein gutes Gespür dafür bekommen, was euch persönlich wichtig ist und worauf ihr verzichten könnt. Denn nichts ist so individuell wie ein Fernreisemobil. Das fängt beim verwendeten Basisfahrzeug an und hört beim Aufbau noch lange nicht auf.


nach oben Fahrzeugaufbau (Stichpunkte)

  • Form und Größe:
    • Die Form richtet sich in erster Linie nach dem verwendeten Basisfahrzeug (Binsenweisheit)
    • Ebenso richtet sich die Größe des Basisfahrzeugs nach dem gewünschten Aufbau.
    • Unterschied integrierte vs. separate Kabine
    • Stehhöhe !!! (aber Verschiffung!);
      alternative Möglichkeiten: Hubdach (mechanisch oder hydraulisch), Klappdach
    • Durchschlupf zum Fahrerhaus (Dichtheit, Platz, Einbruchmöglichkeit)
    • Verjüngung zum Dach hin (Ästhetik, schwierigerer Bau, Dichtung an Türen problematisch.
  • Form und Größe:
    • Stahlkoffer (BW-404)
    • Alukoffer
    • selbsttragender Verbundwerkstoff (GFK/Schaum)
  • Türen, Klappen und Fenster:
    • so wenig wie möglich
    • staubdicht !!! (d.h. luftdicht)
    • genügend Futter für Krafteinleitung in Unterbau lassen
    • solide Schlösser und Beschläge (3-Punkt-Schließung)
    • trotz selbsttragender Bauweise bei GFK-Koffern Zwischenrahmen aus Stahl vorsehen!

nach oben Inneneinrichtung (Stichpunkte)

Holzlackierung mit porenoffenem Lack: hohe Feuchtigkeitsaufnahme, guter Ausgleich der Raumfeuchte, besonders im Winter; aber hohe Schmutzempfindlichkeit, schlecht abwaschbar, da Schmutz in die Poren kriecht. - Mit porengeschlossenem Lack: leicht sauber zu haltende, glatte, geschlossene Oberfläche; aber geringe bis gar keine Aufnahme von Raumfeuchtigkeit ins Holz, dadurch schnelle Kondensation im Raum an kalten Flächen.

  • Stauraum und Schränke:
    • Stauraum und Schränke könnt ihr nie zu viel haben! Doch Vorsicht! Vor Abfahrt werdet ihr jeden verfügbaren Platz vollräumen (dies und jenes soll doch bitteschön auch noch mit ...!) und dann wundert ihr euch, wenn das Fahrzeug überladen ist.
    • Zwischenboden (schwere Sachen nach unten!, bessere Raumausnutzung
    • keine Dachschränke, an denen ihr euch doch nur den Kopf anrennt
    • keine Schmutzwinkel einbauen!
    • Eng packen! Nach Murphy's Gesetz wird sich bewegen, was sich nur irgendwie bewegen kann. Aufteilung in kleine (farblich sortierte) Körbchen hat sich prima bewährt und hilft Ordnung halten
  • Tisch und Sitzgruppe:
    • Stichpunkte !
  • Küche:
    Bei der Planung der Küche solltet ihr euch ganz besonders ins Zeug legen. Zwischen Fahren und Schlafen spielt sich ein guter Teil des Reisens doch in der Kombüse ab. Und ein knurrender Magen ist kein guter Reisebegleiter! Wahrscheinlich wird eure bessere Hälfte da auch noch ein gehöriges Wörtchen mitreden wollen und sicher weiß die Küchenchefin (oder der -chef) am allerbesten was sie/er unbedingt in der Küche braucht und ob die Spüle links günstiger ist oder rechts. Oder doch lieber den Kocher nach links?
    • Kocher (zwei- bis dreiflammig sollte er schon sein, sonst gibt's Essen auf Raten: erst die Nudeln, dann das Fleisch und am Schluß die Sauce dazu. Die Preisunterschiede sind da recht gering, mehr als drei Flammen aber sind Luxus (besser etwas mehr Arbeitsfläche);
    • Wichtiger als die Anzahl derFlammen ist der verwendete Brennstoff. Deshalb gibt's dazu irgendwann ein eigenes Kapitel (Brennstoff-Frage)
    • Richtig pflegeleicht ist leider keiner der angebotenen Campingkocher. Einzige Ausnahme: die völlig ebenen Cerankochfelder, die inzwischen für Gas- oder Dieselbetrieb angeboten werden. Die allerdings nicht ganz billig sind. Und wenn der elektrische Strom 'mal knapp ist, gibt's damit leider auch keine warme Suppe (die Geräte schalten bei zu geringer Batteriespannung ab.
    • Spüle (genauso ein Muss wie der Kocher). Da Spüle und Waschbecken im Grunde die gleiche Funktion erfüllen und es doch recht viel Aufwand bedeutet (Platz für's Becken selber, Wasserhähne und -leitungsverlegung, Abwasserführung) kann man vielleicht das eine davon weglassen. Im Sandfloh 2 habe ich zwar beides eingebaut (das eine sogar besonders ausgetüftelt, nämlich ausziehbar), doch benutzen tue ich nur das eine, nämlich die Spüle in der Küche, die ist einfach leichter zugänglich und bietet mehr Platz
    • Arbeitsfläche. Die dürft ihr auf gar keinen Fall vergessen!: Ist doch logo! werdet ihr sagen, aber ich habe schon genügend Kombüsen gesehen (ja, vor allem in professionellen WoMos's), bei denen zwischen Kocher und Spüle kaum eine Handbreit Platz war, um Kartoffeln zu schälen oder eine Semmel zu schmieren. Ganz zu schweigen von Teig ausrollen für den Kuchen! Oder einfach nur den Abwasch abstellen
    • Platz für Tausend kleine - und manchmal auch nicht so kleine - Dinge, die alle möglichst griffbereit sein sollten. Vom Trinkbecher angefangen bis hin zum Plastik-Service für's Fünf-Gänge-Menü. Vom Putzschwamm bis zum Plastikeimer, vom obligaten Essbesteck bis zum Korkenzieher für den leckeren Rotwein. Alles will seinen Platz haben, Stauraum kann's da gar nicht genug geben. Massgeschneiderte Schubkästen mit Schaumstoff-Formeinlagen (die ihr leicht selber schneiden könnt), bei denen alles seinen festen Platz hat, nicht viel scheuert und auch auf der Piste nicht durcheinanderpurzelt, haben sich bei mir vorzüglich bewährt. Schaut euch mal die Bilder weiter unten an, da gibt's vielleicht ein paar Anregungen
    • Ausreichend Platz für die Technik, die gerade im Küchenbereich ihren Platz beansprucht: Wasserleitungen oder -schläuche zur Spüle, Abwasserleitungen oder -rohre von der Spüle zum Abwassertank (und nicht gleich auf die Strasse bitte), Gasrohre oder Benzinleitungen zum Kocher (wenn ihr euch nicht für Spriritus entschieden habt). Möglicherweise noch Zuluft- und Fortluftleitungen, wenn ihr euch den (angenehmen) Luxus eines Cerankochers oder Backofens leistet. All das braucht seinen Platz und soll im Fall des Falles auch noch leicht zugänglich sein
    • Für eure Klappen oder Schränkchen braucht ihr gute Schlösser, vor allem im Küchenbereich. Macht ihr ein halbes Dutzend Mal am Tag die Geschirrschublade auf, hat ein billiger Platikverschluss bald ausgedient. Gerade hier macht sich Qualität schnell bezahlt. Dabei darauf achten, dass keine scharfen Kanten hervorstehen

    Also heißt's gerade im Küchenbereich viel, viel tüfteln und jeden Zentimeter ausnutzen. Wie bei der Gesamtplanung eures neuen Reisemobils fangt ihr am besten damit an, zu überlegen, wo die grossen und sperrigen Dinge hinsollen. Dann kommen die mittelgroßen dran und schliesslich all das Kleinzeug. Benutzt ihr euren Computer nicht nur zum Surfen, sind ausgewachsene Zeichenprogramme dabei recht hilfreich, die Euch nicht nur vorab ein 3D-Modell der neuen Einrichtung rendern, sondern auch Bescheid geben, wenn die Wasserleitung quer durch den Kochtopf läuft. Doch Vorsicht: erstens sind die Programme nicht gerade billig und zweitens braucht ihr viel Zeit, um jedes Detail zu zeichnen. Fertige Bibliotheken aus diesem Bereich sind mir bisher leider nicht geläufig. Aber Millimeterpapier und ein gutes Vorstellungsvermögen haben bislang noch immer ausgereicht. Was euch zu Hause recht ist, kann euch unterwegs nur billig sein.

    Pflegeleichte Oberflächen erleichtern das Putzen nicht nur im trauten Heim!

    Arbeitsplatte Küche Besonders gut bewährt hat sich eine 'echte' Küchenarbeitsplatte, die ihr unten zur Hälfte abfräst. Damit bleibt die praktische, pflegeleichte Oberfläche, die runde Vorderkante und die Feuchteversiegelung erhalten. Das Arbeiten darauf - ja sogar das Saubermachen danach - machen Spass und eure Mitreisenden drücken sich nicht dauernd vom Küchendienst. Durch das Abfräsen spart ihr fast die Hälfte des Gewichts der schweren Spanplatte! Doch auch der Rest braucht noch einen soliden Unterbau. Erhältlich sind die Platten im jedem Baumark und in vielen passenden Oberflächendekors.

    Fast so wichtig wie die Oberflächenbeschaffenheit ist die Höhe der Arbeitsplatte. Messt ihr in eurer immobilen Küche oder schaut in einen Ergonomie-Ratgeber nach, werdet ihr Masse zwischen 80 und 85 cm Arbeitshöhe finden. Die sind aber an die breite Masse der Küchennutzer angepasst (überwiegend Frauen). Eure persönliche optimale Arbeitshöhe müsst ihr dagegen selber finden. Nach ein paar Tests habe ich mich für 92cm entschieden. Zum einen schafft das wieder wertvolle Zentimeter Stauraum, zum anderen spart es den krummen Rücken beim Kartoffelschälen und Abspülen. Ein bißchen experimentieren lohnt sich da wirklich.

    Habt ihr besonders viel Platz (und Geld) oder benutzt ihr das Teil oft, leistet ein eingebauter Backofen gute Dienste. Soweit ich weiß, gibt's die aber derzeit nur für Gasbetrieb. Und eine Wahnsinnshitze entwickeln sie nicht nur in ihrem Innern. Also für ausreichende Belüftung sorgen! Das gilt noch viel mehr für die Verbrennungsluft, die wegen der möglichen Erstickungsgefahr von außen angesaugt und wieder nach außen abgeführt werden muss. Ist der Geldbeutel nicht ganz so dick (oder der Platz einfach rar) tut's auch ein zusammenfaltbarer Backofen, der derzeit von der Firma Coleman angeboten wird und in jedem guten Campingeschäft zu haben ist. Mit ein bisschen Übung und Experimentieren mit den Backzeiten gelingen darin nicht nur knusprige Frühstückssemmeln oder kleine Torten sondern auch das Vollkornbrot nach eigenem Rezept.

    Platz rings um den Kocher herum vorsehen (min. 5-10 cm) für überstehende Töpfe, Backofen und insbesondere Wärmeabfuhr (nicht jeder Wandbelag ist für 150 Grad geeignet)

    Windschutz (klappbar) ist ein Muß, falls ihr im Freien oder bei weit geöffneter Tür kochen wollt! Schon beim normalen Kochen ohne Wind gehen 65 % der Flammenenergie in die Umgebung, nur 35 % ins Kochgut. Bei leichtem Zug oder frischer Brise wird die Suppe dann kaum mehr warm. Das Ding ist platzsparend (klappbar), leicht und kostet fast nichts.

    Hunderttausend Küchenutensilien - vom Trinkbecher über das Eßgeschirr bis zu Töpfen, Pfannen und Besteck sind IMHO am besten in Schubladen aufgehoben. Da sieht man von oben, was wo steht, muß sich nicht lange bücken und kramen und alles hat seine Ordnung. Anstatt teurer und meist nicht passender Ordnungseinsätze diese lieber selber machen (z.B. aus 4 cm dickem Schaumstoff bzw. Ethafoam (Hartschaum)), das hilft auch gegen die Reiberei auf Pisten bzw. im Gelände.

    Antihaftbelag von z.B. Pfannen verträgt keine Reiberei! Stellt ihr z.B. ein Abtropfsieb in die Pfanne, weil's von der Größe her grad so gut paßt, könnt ihr die Pfanne nach 5000 Kilometern auf der Piste abschreiben, weil die Antihaftbeschichtung weggerubbelt ist. Besser ein Tuch oder einen Topflappen zwischenlegen - oder die inzwischen erhältlichen Antirutschmatten (die sich auch prima zuschneiden lassen).

    Alltäglich gebrauchte Dinge im direkten Griffbereich der Küche aufheben, dabei verwinkelte Oberflächen vermeiden, da sich die immer als Schmutzfänger betätigen. Gerade im Küchenbereich mit Fettspritzern und Bratenduft kommt man sonst am wöchentlichen Großreinemachen nicht vorbei. Lieber eine (durchsichtige) Abdeckung vorsehen, die schnell beiseite geklappt ist und den ärgsten Schmutz abhält.

    Ein Abzug oder Abluftventilator im Küchenbereich hilft nicht nur, den Bratenduft direkt nach draußen zu leiten (der Nachbar soll ruhig wissen, daß wir heute Steak und Pommes essen), sondern hält auch gefährlichen Wasserdampf von der restlichen Einrichtung fern (siehe Bad/Dusche). Ein Fenster im Küchenbereich ist nicht nur ein Zugeständnis an die Küchenchefin, sondern sehr hilfreich und kann natürlich den Ventilator ersetzen, sofern der Wind gerade aus der richtigen Richtung weht. Falls ihr trotzdem einen Ventilator einbaut und staubige Pisten fahren wollt, seht eine (abknöpfbare) Staubabdeckung vor, sonst heißt es nach jedem Fahrtag "Staubwischen!"

    Skizze Küche Küchenkrepp ist wohl eine der besten Erfindungen der Papierindustrie. Doch wer kennt nicht die vielen Meter Krepp, die nach einem Tag Rüttelpiste auf dem Boden liegen und wieder aufgerollt werden wollen. Entweder Gummiband um die Rolle herum - aber wer legt das brav nach jedem Gebrauch wieder an - oder einen kleinen Hebel, der auf die Rollenaußenseite drückt und sie so vor ungewollten Drehbewegungen - und abgespulten Metern Krepp - schützt (siehe Skizze rechts)

  • Toilette: [Zur Toilette der Lady Grey] Toilette in der Lady Grey
    • Platz dafür ist in der kleinsten Hütte! In meinen Augen ist die Toilette eines der am wenigsten entbehrlichen Einrichtungen. Wenn mitten in Bombay Montezumas Rache zuschlägt (oder wie es in Indien heißen mag), lernt ihr sie sprichwörtlich in Windeseile die Annehmlichkeit der eigenen Toilette zu schätzen. Meist wird sie bei Nichtgebrauch ja irgendwo druntergeschoben. Und da fängt das Problem schon an: macht ihr das ein paarmal am Tag, ist der Boden der Potti bald durchgescheuert und die braune Suppe sickert durch: kein angenehmer Zustand. Deshalb vorbeugen und die ganze Potti auf Kufen oder ein (rollbares) Untergestell setzen. Die ganze Potti kann nämlich auch ganz schön schwer werden, bei 10 Liter Frisch- und 15 Liter Schwarzwasser sind schnell 30 kg beisammen.
    • Die letzte Lösung habe ich noch nicht ausprobiert, sie wird aber von manchen Campingausstattern angeboten (was nicht heißen soll, daß es praktisch sein muß). In erster Linie dazu gedacht, die Sitzfläche auf die ergonomisch 'richtige' Höhe zu liften, ist es gleichzeitig ein guter Schutz des Potti-Bodens. Ein paar kleine Räder drannieten und schon könnt ihr die volle Potti bequem aus dem Versteck ziehen. Probiert habe ich's allerdings noch nicht.
    • Nicht sonderlich bewährt hat sich bislang meine eigene Lösung (Sandfloh 2) mit zwei einzelnen Kufen (schmale Platten aus Polyamid (PA 6.6)) unter dem Potti-Boden. Nicht wegen des Prinzips - das finde ich weiterhin gut (einfach, billig) - sondern weil es praktisch keinen Kleber gibt, mit dem ihr die Kufen an den Boden der Potti kleben könnt: im Innern des Potti-Tanks soll ja auch nichts ankleben, deshalb fertigen die Hersteller den Tank meist aus Polyethylen (PE), das sich dann eben auch außen nicht kleben läßt. Nieten oder Schrauben ist an dieser Stelle nicht angeraten, es gibt wohl keine Dichtung, die dem aggressiven Potti-Inhalt auf Dauer gewachsen ist. Paßt ihr die Kufen an die Form des Potti-Bodens an und verbindet sie mit zwei schmalen Querstreben, so sollte sich das ganze eigentlich ausreichend an den Rändern des Boden abstützen, damit sich eine stabile Lösung ergibt, die nicht geklebt werden muß.
    • Für diejenigen, die mit dem Platz nicht gar so geizen müssen, bietet sich der Einbau einer Kasetten-Potti an, die man dann auch etwas bequemer von außen entleeren kann, sofern an dieser Stelle außen nicht gerade Sandbleche oder sonst etwas im Weg sind. Der Gang zur Toilette oder Fäkaliengrube sowie das Auswaschen des Tanks bleibt Ihnen aber auch dabei nicht erspart. Für die Kassetten muß auch wieder eine entsprechende (staubdichte!) Klappe in die Außenhaut gesetzt werden. INFO
    • Schließlich gibt's noch die Möglichkeit, eine Flugzeugtoilette einzubauen. Die sind ja auch sehr leicht, kompakt und praktisch konstruiert. Ausprobiert habe ich's noch nicht, aber es ist sicher keine Lösung für diejenigen unter Euch, die ihr Geld lieber auf Reisen ausgeben.
    • Zu den Trockentoiletten oder denjenigen Ausführungen, bei denen jedes "Geschäft" einzeln verpackt und entsorgt wird, kann ich nichts sagen, der Anfall an Verpackungsmaterial bei der letzten Lösung erscheint mir aber heute nicht mehr akzeptabel.
    • Für die Lady Grey habe ich mich für eine Trockentrenntoilette entschieden. Das Prinzip der Trennung des Urin vom restlichen 'Geschäft' erscheint mir einleuchtend und die Dinger sind seit Jahrzehnten in Nordeuropa Standard in Wochenendhäuschen. Warum soll das im Reisemobil nicht auch funktionieren? Sowohl das Prinzip als auch die Toilette selber hat sich im nun mehr als vierjährigen Einsatz sehr gut bewährt und ich kann nur jedem anraten, sich mit dem Prinzip und den verfügbaren Modellen ausgiebig zu beschäftigen. Da ich das Thema weniger anrüchig als interessant empfinde, findet ihr hier eine eigene Seite dazu.
  • Dusche / Waschbecken:
    • Nicht absolut unverzichtbar, aber ein angenehmer Luxus, den ihr bald nicht mehr missen wollt, ist die Innen-Dusche. Nach dem Schifahren, wenn ihr durchfroren heimkommt, erweckt eine - noch dazu warme - Dusche die Lebensgeister erst so richtig wieder. Oder habt ihr euch schon mal unter den neugierigen Augen von zwei Dutzend Schwarzer einer Ganzkörperwäsche unterzogen? Im besten Fall werdet ihr unverständliches Kopfschütteln ernten, im schlimmsten Fall wollen die auch alle 'mal duschen. Platz dafür und für ein kleines Handwaschbecken läßt sich in den meisten Fällen irgendwo finden.
    • Das wichtigste dabei ist die sichere, wasserfeste Abtrennung vom restlichen Wohnraum. Nichts ist unangenehmer und wird der teuren Einrichtung auf Dauer mehr schaden, als die Überschwemmung nach dem Duschen oder der Dampf einer heißen Dusche, der an der kalten Oberfläche der restlichen Einrichtung kondensiert. Wasser kriecht überall hin! Deshalb am besten einen separaten Raum vorsehen, den ihr mit Tür und/oder Vorhang möglichst dicht abschließen könnt. Und dieser Raum muß dann natürlich über ausreichende, nicht zu knapp bemessene Lüftungsmöglichkeiten verfügen, ein kleiner Dachlüfter ist meist nicht genug! Wenn ihr auch in kältere Regionen wollt, muß dieser Raum eine eigene, gute Heizung haben. Dann könnt ihr den Raum auch nutzen, um die nassen Schistiefel abzustellen oder den triefenden Tauchanzug zu trocknen.
    • Plazierung des Abflusses (Abfluß auch bei Schräglage sichergestellt? Unterseite Aufbau frei oder Träger im Weg?)

nach oben Ausrüstung und Zubehör

  • Campingstühle und Tisch:
    • Die Konstruktion von herkömmlichen Klappstühlen ist ein Kapitel für sich - kein besonders ruhmreiches für die Hersteller. Bislang habe ich noch niemand gesprochen, der nicht Ärger irgend einer Art mit diesem alltäglichen Sitzmöbel hatte.
      • nicht waschbare Bespannungen
      • verbogene Aufhängestangen der Bespannung
      • ausgeleierte oder gebrochene Anschläge der Rückenlehne
      • vordere Querstange, die Blutzirkulation im Oberschenkel lahmlegt
      • geringe Standfestigkeit (Zusammenklappen, besonders beim Aufstehen)
      • windige Konstruktionen, die der alltäglichen Belastung nicht gewachsen sind.
      Also Augen auf beim Kauf! Probesitzen und genaueste Inspektion der Dreh- und Angelpunkte auf mögliche Schwachstellen!
    • Etwas solider erscheinen mir die sogenannten Regiestühle, deren Campingausführungen aber allesamt viel zu niedrige Rückenlehnen aufweisen. Da ist Sitzen keine Entspannung mehr, sondern artet in Arbeit aus ... Auch hier wieder: vor dem Kauf probesitzen! Robuster, wenn auch etwas schwerer sind die Regiestühle, die zum vergleichbaren Preis als Sitzmöbel fürs Wohnzimmer angeboten werden. Allerdings sind auch da die Rückenlehnen meist recht kurz geraten.
    • Ein bißchen umständlicher zum Aufbauen (Zusammenstecken), aber um Klassen bequemer und langlebiger sind die nur selten angebotenen Strandsessel "Rohr mini-camp", die bei einem Stauvolumen von 60cm x 15cm Durchmesser noch überall hineinpassen. Da könnt ihr euch so richtig "hineinflätzen", ohne daß er euch das krumm nimmt. Zum artig (aufrecht) sitzen am Eßtisch taugt er allerdings weniger ...
    • Mit den Campingtischen schaut's auf dem Markt schon ein bißchen besser aus. Doch genau die Größe, die bei euch optimal hineinpaßt ist sicher nicht lieferbar. Dann müsst ihr eben die nächstkleinere Größe wählen, auf der gerade noch das Schachspiel Platz findet, von eurem üppigen Frühstücksbüffet mit Eier, Marmelade, Butter, Tee und Wurst ganz zu schweigen. Wenn euch die Tischgröße nicht zusagt, greift doch zur Säge, um euch den Tisch in euren Wunschmaßen selber zu bauen. Als Material bietet sich eine wasserfest verleimte Tischlerplatte an, die verzieht sich nicht so leicht, sollte aber auf der Oberfläche zusätzlich beschichtet werden.
    • Ganz ausgebuffte Zeitgenossen (mit den nötigen Beziehungen) sägen sich ihren Traumtisch aus einer GFK-Verbundplatte, wie sich auch für den Aufbau verwendet wird, nur entsprechend dünner (ca. 2 cm). Das ist zwar dann schön schwer, hat aber ideale Oberflächeneigenschaften (kratzfest, beständig gegen Umwelteinflüsse sowie Diesel, Benzin und Lösungsmittel). Da darf der Eßtisch auch schon mal als Werkbank zweckentfremdet werden. Randversiegelung hierbei am besten mit Epoxy-Glasfaserspachtel.
    • Ein Tipp noch am Rande: nachdem ihr euch zwanzigmal an den scharfen Ecken winkliger Tische blaue Flecken (vornehmlich im Oberschenkelbereich) geholt haben, werdet ihr die Ecken satt abrunden wollen (5 bis 10 cm Radius, je nach Tischgröße)
    • Bleibt noch die Frage nach dem Untergestell, den Beinen. Die gibt's als Schraub- oder Klappbeine im Baumarkt oder ihr schlachtet den alten Campingtisch aus oder übernehmt die Unterkonstruktion von einem handelsüblichen Campingtisch und ändert nur die Platte ab (zugegeben, eine etwas umständliche Lösung)
    • Manche Kollegen schwören inzwischen auch auf eine klappbare Sitzgruppe, bei der in einem handlichen Koffer (ca. 12 kg) vier Sitze und ein recht passabler Tisch zu einer klappbaren Sitzgarnitur kombiniert sind. Annehmlichkeiten wie Rückenlehnen, Polster oder dergleichen mußten dabei leider auf der Strecke bleiben. Spartanisch, doch eine Alternative zu den harten und meist schmutzigen Betontischen der Autobahnrastplätze
  • Nützliches (?) Zubehör:
    Die Einstufung, was "nützlich" ist, fällt zugegebenermaßen schwer und jeder hat zu dem Thema seine eigenen Vorstellungen.
    • Long-range Tanks (1500 bis 2000 km Reichweite)
    • In meinen Augen ein Muß, schon gar kein Zubehör mehr, sondern fester Bestandteil eines Fernreisemobils, sind Sandbleche und Schaufeln. Sie gehören einfach dazu und es gibt keine Alternativen!
    • Nach Schaufeln könnt ihr euch natürlich auf der Baustelle nebenan umsehen. Doch die Dinger sind schwer und nur bedingt zum Sandschippen geeignet. Besseren Erfolg bei geringerem Gewicht habt ihr mit speziellen Sandschaufeln, die auch ein paar Schippen Schlamm nicht gleich übelnehmen.
    • Sandschaufeln und Sandbleche, die ihr beide ebensogut (nur mit ein paar Schweißperlen mehr auf der Stirn) im Schlamm einsetzen können, gibt's praktisch nur bei den Expeditionsausstattern - und zu recht gesalzenen Preisen (insbesondere die Alu-Version - Preise vergleichen!). Von den Dingern, die bei dem Campingausstattern angeboten werden halte ich persönlich nicht sonderlich viel, außer für die erwähnten Campingplatz-Reisenden. Den Belastungen eines voll ausgerüsteten Gefährts bei einer Wüstendurchquerung oder einer Schlammpiste sind sie einfach nicht gewachsen.

nach oben Technik - ein paar allgemeine Worte:

Neben der Fahrzeugtechnik hat ein Fernreisemobil eine Menge stationäre Technik zu bieten. Im Grunde findet sich hier alles wieder, was wir auch vom weniger mobilen Eigenheim kennen: Frischwasser und Abwasser, Heizung (und Klimaanlage), Gas- oder andere Brennstoffversorgung, Elektrik und Elektronik, Küchentechnik, Radio und Fernsehen, Telefon und Computer. Na ja, auf einiges davon kann man unterwegs ganz gut verzichten, auf anderes nicht! Aber: "Was nicht eingebaut ist, kostet (a) kein Geld, senkt (b) das Fahrzeuggewicht und kann (c) nicht kaputtgehen!" Gerade hier ist weniger manchmal mehr! Aber wem sagt Ihr das?

  • Beherzigt bitte die folgenden vier Grundregeln für alles, was mit Technik zu tun hat
  • Sicherheit ist oberstes Gebot: Sowohl für die Gas- wie die Elektroinstallation haltet Euch an die einschlägigen Vorschriften, im Buchhandel bzw. bei den einschlägigen Verbänden (DVGW, TÜV u.ä.) liegen kostenlose Broschüren bereit, worauf ihr achten müsst, welche Vorschriften einzuhalten sind und wie die Einhaltung der Vorschriften überprüft wird;
  • Installiert die gesamte Technik gut zugänglich. Irgendwann werdet ihr an Verbindungen, Rohren oder Kabeln arbeiten müssen, von denen ihr ganz sicher wart, dass ihr nie mehr dran müsst. Dann reisst ihr Zwischenwände ein oder demontiert die halbe Küche, um eine einzige undichte Verschraubung nachzuziehen. Das kostet Zeit und Nerven. Lieber noch ein Türchen vorsehen (oder eine einfache abschraubbare Blindplatte), um problemlos und mit genug Arbeitsraum an wirklich alles dranzukommen.
  • Kennzeichnt Kabel und Leitungen: Sucht ihr gerne in einem dicken Leitungsbündel nach dem einen, dem richtigen Draht? 'Kabelzupfen' ist ein beliebter Zeitvertreib bei allen Umbaumaßnahmen oder wenn ihr nach dem nervenaufreibenden Wackelkontakt sucht. Kleine Schildchen an beiden Seiten der Kabel sparen da Zeit und Sucherei. Und braucht ihr von einem mehrpoligen Kabel nicht gleich alle Drähte, markiert die Reserveadern ebenfalls mit der Kabelnummer, ihr werdet später dankbar dafür sein. - Auch bei Gasrohren oder Wasserleitungen kann man das Prinzip anwenden, auch wenn da die Verhältnisse meist weit übersichtlicher sind. Aber wisst ihr immer auf Anhieb, welcher der beiden Schläuche nun fürs kalte und welcher fürs warme Wasser ist? Ein Streifen farbiges Isolierband oder ein Stück praktischer und haltbarerer Schrumpfschlauch an jedem Ende, schon sind alle Zweifel ausgeräumt.
  • Dokumentiert Eure Installationen! Besonders wichtig erscheint mir das, wie schon angerissen, für die Elektroseite. Im Nu kommt ihr da auf zwanzig und mehr Kabel und da ist der Überblick schnell verloren. Und wehe, wenn ihr nach Monaten den berühmten Wackelkontakt suchen müsst. Eine Zeichnung mit allen Anschlußstellen, Verbindungen, Kabelnummern, evtl. Verlegewegen hilft da schnell weiter. Schaut mal in der Betriebsanweisung für Euren PKW nach, da hängt meist so ein Schaltplan mit dran.

nach oben Das lebensnotwendige Nass: Wasser

  • Frischwasserversorgung:
  • Abwasserinstallation:
    • Rücksichtnahme gegenüber der Natur und anderen Reisenden: das eigene Abwassersystem. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein. Doch gerade bei Leuten, die abseits der Touristenrouten fahren, findet man sie immer wieder: die Wasserpfütze unterm WoMo, sei es nach dem Abspülen auf dem Autobahnparkplatz oder nach dem Duschen am idyllischen Seeufer. Mit dem schmutzigen Wasser dringt leider auch immer eine Menge Chemie in den Boden ein! Meist dort, wo die Natur ganz besonders schön - und empfindlich - ist. Wollt ihr selbst an einem Platz Rast machen, der vor einer halben Stunde noch als Duschbecken diente? Sicher nicht. Also seit fair zu Euren Mitreisenden! Leitet Euer Abwasser in einen eigenen Tank, ganz gleich, ob es aus der Spüle, dem Dusch- oder Waschbecken stammt.
    • Bei der Installation solltet ihr ein paar Dinge beachten: Der Abwassertank sollte groß genug sein, um auch ein Duschbad der ganzen Familie zu verkraften. 60 bis 80 Liter Volumen stellen dabei einen tragbaren Kompromiss zwischen Platzbedarf, Gewicht und gewünschter Autarkie dar.
    • Ein Ablaßhahn an der tiefsten Stelle darf natürlich nicht fehlen, sein Querschnitt sollte so groß wie möglich sein, 1,5 Zoll sind das Minimum! Die Ablassschieber aus dem Campingbereich stehen oft weit vor, sind wenig stabil und recht voluminös. 2 Zoll Kugelhähne aus dem Baumarkt erscheinen mir besser geeignet.
    • Ein Entsorgungsschlauch läßt sich über ein Stecksystem bequem anschließen. Die Verbindungsleitungen von Spüle, Wasch- und Duschbecken sollten so kurz wie möglich, glatt und mit wenigen Biegungen verlegt sein. Der im Campinghandel angebotene - zugegeben sehr flexible - Wellschlauch ist denkbar ungeeignet, an jeder Unebenheit lagert sich Schmutz ab, der mit der Zeit den Schlauch zusetzt. Ein glattwandiges PVC-Rohr (im Baumarkt- oder Installationshandel zu bekommen) erfüllt seinen Zweck viel besser, läßt sich gut kleben (Bögen, T-Stücke, Syphons) und gleichmäßig mit dem nötigen Gefälle verlegen. 1,5 Zoll (3,8 cm) sollten auch dabei als Innendurchmesser das Minimum sein.

nach oben Buchtipps

Titel Autor Verlag ISBN
FAHRZEUGTECHNIK:
AUTO-FERN-REISEN B. Büttner Reise-Know-How 97-83921-497-17
Ratgeber rund ums Wohnmobil H. Weber Outdoor Handbuch 97-83893-921-24
EXPEDITIONSAUSRÜSTUNG / -DURCHFÜHRUNG:
Wohnmobile selbst ausbauen und ausrüsten Ulrich Dolde Dolce Vita Verlag 97839-81-49565-2
100.000 km Orient Rolf Schettler Globetrotter schreiben für Globetrotter 3-921628-00-8
Trans Sahara Klaus Därr Reise-Know-How 3-921497-01-0
EINRICHTUNG:
Kleine ergonomische Datensammlung Bundesanstalt für Arbeitsschutz TÜV Rheinland 3-921059-63-1
Wohnmobile- Kauf, Bau, Prüfung und Betrieb TÜV-Tipps H. Miedel Verlag TÜV Rheinland 3-88585-101-6
Das Wohnmobil J.P. Heymann Motorbuch Verlag Stuttgart 3-87943-409-3
Wohnmobil Selbstbau E. Schürmann Motorbuch Verlag Stuttgart 3-613-01253-7
Campingbusse selbermachen J.P. Heymann Motorbuch Verlag Stuttgart 3-87943-713-0