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BY GER NL BEL


Juni 2018

Kulturschock: Rückkehr nach Europa [CNTRY] Kulturschock: Rückkehr nach Europa

Foto Schiff Vier volle Wochen habe ich Zeit, mich vorzubereiten. Vier Wochen, in denen der Ro-Ro-Frachter Grane Amburgo die Lady Grey und mich im gemütlichen Tempo von Südamerika (Montevideo) nach Europa (Antwerpen) bringt. Zumindest Jetlag und der aprupte Touchdown in einer fernen, fremden Kultur bleiben mir erspart. Auf dem Schiff herrscht so etwas wie 'Stimmung Europa light': pünktliches Essen, knurrige Offiziere, Papierkrieg vom Feinsten. Da kann ich schon mal üben.

Papierkrieg allerdings bleibt uns in Antwerpen gänzlich erspart: Kurz mit dem Minibus zur Schengen-Immigration, Pass abstempeln lassen (ja, auch Passagiere mit europäischen Pass müssen da durch), zurück zum Schiff und die Lady Grey von Deck fahren. Noch einmal winken und am Schlagbaum den Namen des Schiffs angeben: schon rollen wir auf dem Autobahnring rund um die sehenswerte Altstadt. Von Fahrzeuginspektion, Drogenfahndung und der gefürchteten Einfuhrabgabe weit und breit keine Spur! Ein zentnerschwerer Fels fällt mir vom Herzen. Ist Europa doch nicht so schlimm wie befürchtet?

Höchst erfreulich geht's weiter: die Mechaniker von Outbound in den Niederlanden machen dem ersten Mai, dem 'Tag der Arbeit' alle EhreINFO und setzen mein neues Dachfenster zwei Tage vor dem vereinbarten Termin ein. Klasse Arbeit und Klasse Sevice!

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Danach aber schlägt 'Europa' mit aller Macht zu - besser gesagt Deutschland. Auf der Autobahn von Koblenz nach München legt es mir drei stattliche Staus in den Weg. Über weite Strecken geht nichts mehr. Auf der LKW-Fahrspur ist es besonders krass. Aus sechs Stunden Fahrzeit werden weit über zehn.

Nun weiß ich: ich bin wieder 'zu Hause'!

Foto Europa Die ersten Tage im bekannten Dunstkreis rund um München vergehen mit "Hallo"-Sagen bei alten und neuen Freunden - und mit den ersten Besorgungen, um die Lady Grey wieder auf Vordermann zu bringen: Gas- und Fahrzeug-TÜV sind ja seit Jahren abgelaufen, gehen aber problemlos über die Bühne - nachdem die notwendigen Updates und Reparaturen erledigt sind.

Die Renovierung des Innenraums und ein paar Optimierungen an der Lady Grey versüßen mir die ersten Tage im alten Umfeld und lassen dem gefürchteten Rückkehr-Blues kaum eine Chance. Dann ist es auch schon wieder höchste Zeit aufzubrechen!

Nach der Reise ist schließlich vor der Reise!

Der Weg führt diesmal nach Norden zum wohl wichtigsten Termin für unsereins. Das "Schnell mal irgendwohin fahren" liegt allerdings seit langem 'ad acta' - jetzt heißt es "Lass uns doch mal gemütlich dahin und dorthin fahren!" Tranquillo heißt das Zauberwort, dem ich nun auch in Europa fröhnen kann. Schließlich bin ich auf Reisen - und nicht auf der Flucht!

So geht es ganz gemütlich nach Norden. Interessante Orte, um Pause einzulegen gibt's genug: sei es die gemütliche Altstadt von Donauwörth, die erstaunlich gut erhaltene Harburg oder die historische Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber. An der (früheren) Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg reihen sich sehenswerte Festungsanlagen wie die berühmten Perlen auf der Schnur.

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Einfach Spitze: die 'Abenteuer Allrad' [BAY] Einfach Spitze: die 'Abenteuer Allrad'

Foto Europa Ganz wie in den letzten Jahren: am langen Wochenende rund um Fronleichnam platzt das beschauliche Bad Kissingen aus allen Nähten. Ein Wochenende lang klettert das Durchschnittsalter der Besucher um geschätzte zwanzig Jahre - wenn nicht mehrINFO. Aus ganz Europa reisen die Besucher an, aus Island und Brandenburg ebenso wie aus Spanien und Katovice. Selbstredend mit dem eigenen Reisemobil. Sehen und gesehen werden. Ideen sammeln und Tipps weitergeben. Klönen und Reisefreundschaften auffrischen. All das steht auf dem Stundenplan der inzwischen weltgrößten Messe zum Thema.

Foto Europa Die Rede ist von der 'Abenteuer Allrad'. Inzwischen zum 25. Mal am Start hat sie sich zu dem Event schlechthin gemausert - der Termin gehört bei praktisch allen Reisenden oder Outdoor-Enthusiasten - egal, ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi - zum Pflichtprogramm im Frühsommer.

Foto Europa Die Athmosphäre ist einfach genial. Während man sich oben auf dem eigentlichen MessegeländeINFO über die neuesten Trends zum Thema Allradtechnik, Reisemobile und Allem was dazu gehört schlau machen kann, pflegt man unten in den 'Camp Areas', auf den Wiesen rund um's Klärwerk das Gespräch unter 'alten Hasen'. Nicht wenige behaupten, die Informationen von 'unten' seien um Welten wertvoller als die von den Messeständen.

Foto Europa In manchen Jahren verkommt die Campwiese zur regelrechten Schlammpackung. Da können dann alle 4x4-Enthusiasten das Können ihrer Fahrzeuge - und Fahrer - unter Beweis stellen. Dieses Jahr allerdings hat Petrus rechtzeitig ein Einsehen und trocknet die letzten Schlammlöcher noch bevor am Mittwoch das Gros der Fahrzeuge eintrifft. Und ab da lacht die Sonne vier Tage lang von einem (fast) wolkenlosen Himmel. Dreißig Grad im Schatten sind schon fast zu viel für einen entspannten Messebummel. Aber die Würstchen-, Pizza- und Getränkebuden wollen ja auch leben!

Abends sitzt man in trauter Runde beisammen und Dutzende von Lagerfeuern flackern in der lauen Nacht. Da gibt man die besten Stories der letzten Reisen zum Besten, lauscht dem platzeigenen Konzert (zwei 4WD-Fan-Gruppen hatten tatsächlich Live-Bands engagiert) oder schmiedet schon Pläne für die nächste Tour. Die Stimmung ist jedenfalls etwas ganz besonderes: weltoffene, tolerante Menschen, die etwas zu erzählen haben treffen auf ihresgleichen!

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Am Sonntag zerstreut sich die Menge wieder, ein Lindwurm exotischer Fahrzeuge wälzt sich aus der Stadt hinaus. Jeder rollt nach Hause, mit dem Kopf voll genialer Ideen, die er bis zum nächsten Treffen realisieren will. Bad Kissingen atmet auf. Es gibt wieder freie Parkplätze!

to be continued ...

Fußnoten:
(die Nummern führen zurück zur jeweiligen Textpassage ...)

An der Gasanlage müssen alle zehn Jahre zwingend die Regler und Anschlussschläuche gewechselt werden. Zudem hatte mein SECUMOTION-Regler (TRUMA) einige Probleme, sodass ich nicht böse bin, einen einfacheren Regler ohne Crash-Sensor montieren zu können.

An der Lady Grey müssen nach 133.000 Kilometern natürlich einige Service-Arbeiten erledigt werden. Zudem sifft eine Dichtung am linken Achschenkelbolzen, was dem Prüfer der DEKRA nicht gefällt. Sonst ist aber alles im Lot - schließlich prangt auf dem Kühlergrill der Lady der bekannte Löwe von MAN.