Site Network: Lady Grey | Sandfloh 1+2 | Gästebuch | Impressum | History | Der Autor | Suche+Sitemap |

KARTE


Laufender Blog ...

BY GER NL BEL

Button Links geht's zurück nach Uruguay (S-Amerika) ...

Juni 2018

Kulturschock: Rückkehr nach Europa [Belgium] Kulturschock: Rückkehr nach Europa

Foto Schiff Vier volle Wochen habe ich Zeit, mich vorzubereiten. Vier Wochen, in denen der Ro-Ro-Frachter Grane Amburgo die Lady Grey und mich im gemütlichen Tempo von Südamerika (Montevideo) nach Europa (Antwerpen) bringt. Zumindest Jetlag und der aprupte Touchdown in einer fernen, fremden Kultur bleiben mir erspart. Auf dem Schiff herrscht so etwas wie 'Stimmung Europa light': pünktliches Essen, knurrige Offiziere, Papierkrieg vom Feinsten. Da kann ich schon mal üben.

Papierkrieg allerdings bleibt uns in Antwerpen gänzlich erspart: Kurz mit dem Minibus zur Schengen-Immigration, Pass abstempeln lassen (ja, auch Passagiere mit europäischen Pass müssen da durch), zurück zum Schiff und die Lady Grey von Deck fahren. Noch einmal winken und am Schlagbaum den Namen des Schiffs angeben: schon rollen wir auf dem Autobahnring rund um die sehenswerte Altstadt. Von Fahrzeuginspektion, Drogenfahndung und der gefürchteten Einfuhrabgabe weit und breit keine Spur! Ein zentnerschwerer Fels fällt mir vom Herzen. Ist Europa doch nicht so schlimm wie befürchtet?

Höchst erfreulich geht's weiter: die Mechaniker von Outbound in den Niederlanden machen dem ersten Mai, dem 'Tag der Arbeit' alle EhreINFO und setzen mein neues Dachfenster zwei Tage vor dem vereinbarten Termin ein. Klasse Arbeit und Klasse Sevice!

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Danach aber schlägt 'Europa' mit aller Macht zu - besser gesagt Deutschland. Auf der Autobahn von Koblenz nach München legt es mir drei stattliche Staus in den Weg. Über weite Strecken geht nichts mehr. Auf der LKW-Fahrspur ist es besonders krass. Aus sechs Stunden Fahrzeit werden weit über zehn.

Nun weiß ich: ich bin wieder 'zu Hause'!

Foto Europa Die ersten Tage im bekannten Dunstkreis rund um München vergehen mit "Hallo"-Sagen bei alten und neuen Freunden - und mit den ersten Besorgungen, um die Lady Grey wieder auf Vordermann zu bringen: Gas- und Fahrzeug-TÜV sind ja seit Jahren abgelaufen, gehen aber problemlos über die Bühne - nachdem die notwendigen Updates und Reparaturen erledigt sind.

Die Renovierung des Innenraums und ein paar Optimierungen an der Lady Grey versüßen mir die ersten Tage im alten Umfeld und lassen dem gefürchteten Rückkehr-Blues kaum eine Chance. Dann ist es auch schon wieder höchste Zeit aufzubrechen!

Nach der Reise ist schließlich vor der Reise!

Der Weg führt diesmal nach Norden zum wohl wichtigsten Termin für unsereins. Das "Schnell mal irgendwohin fahren" liegt allerdings seit langem 'ad acta' - jetzt heißt es "Lass uns doch mal gemütlich dahin und dorthin fahren!" Tranquillo heißt das Zauberwort, dem ich nun auch in Europa fröhnen kann. Schließlich bin ich auf Reisen - und nicht auf der Flucht!

So geht es ganz gemütlich nach Norden. Interessante Orte, um Pause einzulegen gibt's genug: sei es die gemütliche Altstadt von Donauwörth, die erstaunlich gut erhaltene Harburg oder die historische Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber. An der (früheren) Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg reihen sich sehenswerte Festungsanlagen wie die berühmten Perlen auf der Schnur.

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Einfach Spitze: die 'Abenteuer Allrad' [BAY] Einfach Spitze: die 'Abenteuer Allrad'

Foto Europa Ganz wie in den letzten Jahren: am langen Wochenende rund um Fronleichnam platzt das beschauliche Bad Kissingen aus allen Nähten. Ein Wochenende lang klettert das Durchschnittsalter der Besucher um geschätzte zwanzig Jahre - wenn nicht mehrINFO. Aus ganz Europa reisen die Besucher an, aus Island und Brandenburg ebenso wie aus Spanien und Katovice. Selbstredend mit dem eigenen Reisemobil. Sehen und gesehen werden. Ideen sammeln und Tipps weitergeben. Klönen und Reisefreundschaften auffrischen. All das steht auf dem Stundenplan der inzwischen weltgrößten Messe zum Thema.

Foto Europa Die Rede ist von der 'Abenteuer Allrad'. Inzwischen zum 25. Mal am Start hat sie sich zu dem Event schlechthin gemausert - der Termin gehört bei praktisch allen Reisenden oder Outdoor-Enthusiasten - egal, ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi - zum Pflichtprogramm im Frühsommer.

Foto Europa Die Athmosphäre ist einfach genial. Während man sich oben auf dem eigentlichen MessegeländeINFO über die neuesten Trends zum Thema Allradtechnik, Reisemobile und Allem was dazu gehört schlau machen kann, pflegt man unten in den 'Camp Areas', auf den Wiesen rund um's Klärwerk das Gespräch unter 'alten Hasen'. Nicht wenige behaupten, die Informationen von 'unten' seien um Welten wertvoller als die von den Messeständen.

Foto Europa In manchen Jahren verkommt die Campwiese zur regelrechten Schlammpackung. Da können dann alle 4x4-Enthusiasten das Können ihrer Fahrzeuge - und Fahrer - unter Beweis stellen. Dieses Jahr allerdings hat Petrus rechtzeitig ein Einsehen und trocknet die letzten Schlammlöcher noch bevor am Mittwoch das Gros der Fahrzeuge eintrifft. Und ab da lacht die Sonne vier Tage lang von einem (fast) wolkenlosen Himmel. Dreißig Grad im Schatten sind schon fast zu viel für einen entspannten Messebummel. Aber die Würstchen-, Pizza- und Getränkebuden wollen ja auch leben!

Abends sitzt man in trauter Runde beisammen und Dutzende von Lagerfeuern flackern in der lauen Nacht. Da gibt man die besten Stories der letzten Reisen zum Besten, lauscht dem platzeigenen Konzert (zwei 4WD-Fan-Gruppen hatten tatsächlich Live-Bands engagiert) oder schmiedet schon Pläne für die nächste Tour. Die Stimmung ist jedenfalls etwas ganz besonderes: weltoffene, tolerante Menschen, die etwas zu erzählen haben treffen auf ihresgleichen!

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Am Sonntag zerstreut sich die Menge wieder, ein Lindwurm exotischer Fahrzeuge wälzt sich aus der Stadt hinaus. Jeder rollt nach Hause, den Kopf voller genialer Ideen, die er bis zum nächsten Treffen realisieren will. Bad Kissingen atmet auf. Es gibt wieder freie Parkplätze!

Werkeln in der KIM [BAY] Werkeln in der KIM

Die Meile trägt ihren Namen nicht zu Unrecht. KIM: Kraillinger Innovations Meile. Innovation ist nicht nur in den Hallen des lukrativen Gewerbegebiets gefragt. Auch an Bord der Lady Grey gibt es so einiges, was erneuert werden sollte. Unterwegs hatte ich zwar schon darauf geschaut, dass alles in passablem Zustand bleibt, aber für so manche 'Innovation' fehlten in Südamerika - und anderswo - schlicht die nötigen Kleinteile. So ist die 'To-Do-Liste' am Ende doch ganz schön umfangreich!

Weit über vier Wochen stehe ich auf einem mehr als idyllischen Platz direkt am Naturschutzgebiet und versuche, die wichtigsten Dinge abzuarbeiten. Vier Wochen? Hätte man sicher auch schneller erledigen können, muss man aber nicht! "Tranquilo, tranquilo!" Erst gegen Ende bemerke ich, wie sich - trotz aller Bemühungen - wieder so etwas wie 'Alttagstrott' einschleicht. Höchste Zeit, das Weite zu suchen!

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Inzwischen liefert die neue Solaranlage wieder ausreichend Strom (die Vorgeschichte dazu findet ihr hier), die Küche erstrahlt in altem neuen Glanz, das Boot schwimmt wieder, die Wasserfilter bereiten wieder auf und Schalter und Leuchten funzen wieder wie gewohnt. Lady Grey, Inhalt und Fahrer sind fit für die nächste Etappe!

Doch: wohin soll die nächste Etappe führen? Nach den nicht eben preiswerten Reparaturen an der Lady Grey gleich nach der Rückkehr heißt das aktuelle Motto: "Gürtel enger schnallen!" Zumal für das nächste Jahr - neben der Überwinterung im Süden - gleich zwei Ziele auf der Reise-Agenda stehen, die ich nicht mit der Lady erreichen kann - die folglich entsprechend kostentreibend sind.

Lassen wir uns überraschen, wohin uns das Schicksal verschlägt! emoticon

Regenbogen über München [BY] Regenbogen über München

Foto Bayern Aller guten Dinge sind drei. Schon zum dritten Mal findet Ihr hier einen Beitrag über den CSD, den Christopher Street Day. Nicht, dass sich jetzt falsche Vorstellungen einschleichen: in Berlin und Reykjavik war ich nur durch puren Zufall ins rot-orange-gelb-grün-blau-violette Gewimmel geraten, in München aber suche ich es gezielt: Teilnahmer wie Publikum sind höchst aufgeschlossene, interessante und wenig 'linsenscheue' Menschen - die richtige Umgebung für ein paar nicht alltägliche Schnappschüsse. Foto Bayern Es verspricht, ein buntes und vielschichtiges Treiben zu werden - das Motto jedenfalls passt: "Bunt ist das neue Weiß-Blau!"

Als ich aber im Netz die Videos vom Samstags-Umzug anschaue, bin ich arg enttäuscht: eine Menge Zuschauer, eine Menge politischer Statements, eine Menge apathischer Teilnehmer. Kaum ein frivoler Fummel, kaum High-Heels, kaum händchenhaltende Paare, egal welchen Geschlechts. Keine überwältigende Motivation, die Kamera hervorzukramen!

Trotzdem wird es ein interessanter Tag, als ich mich zum Sonntags-Teil der Veranstaltung aufmache: dem Feiern auf dem Marienplatz. Das Wetter ist prima, die Sonne scheint vom weiß-blauen Himmel: beste Voraussetzungen, 'einen drauf zu machen'.

Foto Bayern Foto Bayern Foto Bayern Foto Bayern

Doch: entweder sind die Menschen von dem gestrigen Umzug noch groggy oder ihnen liegt das heutige Thema doch nicht so im Blut. Jedenfalls mag auch am späteren Nachmittag keine rechte Stimmung aufkommen! Ob's an der Musik liegt, die nicht wirklich in die Beine geht? Oder an den Moderatorinnen, die aus ihrer Heimat Berlin kein Hehl machen (und das in Bayern!)? Jedenfalls scheinen Bandmitglieder, Techniker und Security-Leute deutlich in der Überzahl zu sein. Die Zuschauer eher lethargisch. An dem Dutzend Fress- und Suffbuden muss man nicht mal Schlange stehen! Für München ein eher untypisches Bild!

Foto Bayern Foto Bayern Foto Bayern Foto Bayern

Bevor das eigentliche Sonntags-highlight, die Pump's Race - ein Wettrennen von TV's in High Heels, bei dem Geschicklichkeit ebenso zählt wie Grazie und Mut - beginnen kann, geht auch schon ein heftiges Gewitter nieder: Petrus setzt auf seinen eigenen Regenbogen! Die letzten Zuschauer verkrümeln sich in S- und U-Bahn.

Trotzdem ist der Tag ein wahrlich interessanter! Wie schon angedeutet: der CSD in München ist stark politisch gefärbt. So ist das Umfeld des Marienplatz nicht nur von Infoständen der Aidshilfe oder von Schwulen- und Lesbenvereinigungen gesäumt, sondern eben auch von politischen Gruppen. Praktisch alle Parteien sind vertreten.

Außer CSU und AfD - war ja klar!

Dafür aber zwei Gruppierungen, die auf den ersten Blick gar nichts mit Schwulen und Lesben zu tun haben. Die aber das anwesende - vermutlich aufgeschlossenere - Publikum auf sich aufmerksam machen möchten. Und gerade diese zwei Stände sind es, die den ganzen Tag retten.

Bild aus dem Web

Zum ersten sticht eine Galerie ins Auge: die Galerie der Kirchenkritik von Wolfgang Sellinger in Eichstätt. Seine Collagen zum Thema Kirche und die Kritik an ihr sind teils wirklich provokant ... und sprechen mir tief aus der Seele (warum, könnt ihr hier nachlesen).

Foto Bayern Keine fünf Schritte entfernt versucht eine neue Partei auf sich aufmerksam zu machen: Die Partei der Humanisten (PdH). Zum allerersten Mal habe ich das Gefühl, eine politische Partei könnte meine persönlichen Erwartungen an Staat und Gesellschaft wirklich repräsentieren.

Zu beiden Ständen könnte ich euch noch viel, viel Interessantes erzählen. Doch diese Seite handelt vom Reisen! Nicht von Politik - zumindest nicht vorrangig! Mehr findet ihr daher unter den angegebenen Links ... oder aber rechts ...
Button

header [CNTRY] Jahrhundertereignis: Mondfinsternis

Abergläubisch sind wir ja in diesen modernen Zeiten nicht mehr! Was hätten frühere Generationen in einen Anblick wie diesen alles hineininterpretiert: Nicht nur, dass der Mond eines Abends nicht mehr aufgeht wie gewohnt, sondern nur als schwach leuchende, kaum erkennbare Scheibe. Dazu schimmert sie in teuflischem Rot. Fast wie Blut! Zwei Stunden wandert die Scheibe über den Himmel, ohne ihre diabolische Farbe zu verlieren. Dann plötzlich - innerhalb einer Stunde - durchläuft der Mond alle Phasen vom finsteren Neumond zum leuchtenden Vollmond - nur völlig falsch herum!

Foto Europa All das sind böse Omen! Sehr böse Omen! Vorzeichen für den Weltuntergang? Allerdings hatten schon Wochen vorher die Medien auf das astronomische Spektakel hingewiesen, das da am 27. Juli gegen 21:00 Uhr auf Bayern zukommt. Wenn die obersten Sonnenpriester so etwas voraussagen können, dreht sich die Welt vielleicht doch noch weiter?

Foto Europa Und die Erklärung des Spektakels, das sich erst in 105 Jahren wiederholen soll, ist ja auch ganz einfach: Sonne, Erde und Mond liegen exakt auf einer Linie - der Mond liegt im Kernschatten der Erde. Dadurch kann er nur das wenige Sonnenlicht zurückwerfen, das ihn - an der Erdathmosphäre gebrochen - erreicht. Daher die Mondfinsternis. Und da die Erdathmosphäre das rote Licht besser passieren lässt als z.B. blaues, sehen wir eben nur eine blutrote Scheibe. Wandert der Mond dann auf seiner Bahn aus dem Erdschatten heraus, erreicht ihn nach und nach wieder das volle Sonnenlicht. Mithin ein äußerst seltenes Ereignis - aber Nichts, worüber man sich Sorgen machen müßte!

Außer die Frage klären: "Wo können wir es am besten beobachten?" Als geeignete Location mit wenig Lichtverschmutzung, weitem Rundumblick und - hoffentlich - wenig Wolken hatte ich den 'Görauer Anger' in der fränkischen Schweiz auserkoren. Das Wetter spielt halbwegs mit; kein Wunder bei dem hitzeflirrenden Sommer, den Petrus dieses Jahr den Bayern beschert. Nur die frühen Phasen des Himmelsspektakels verstecken sich hinter leichten Dunstwolken, erst gegen 22:15h, kurz vor dem Höhepunkt, können wir einen ungehinderten Blick auf unseren Trabanten genießen. Wir, das sind ein paar wenige Sterngucker, teilweise sogar mit ausgewachsenen Teleskopen bewaffnet. Aber auch Dutzende von Pseudoguckern, die nur im Auto hocken, zwischen den Beobachtungsplätzen hin- und herfahren und mit ihren Scheinwerfern jede - halbwegs ernsthafte - Beobachtung stören!

Foto Bayern

Der blutige Vollmond ist heute nicht das einzige Himmelsereignis: unser Nachbarplanet, der Mars steht seit Tagen als gut sichbarer Punkt an Himmel, neben Saturn und Venus eines der wenigen Objekte, die man auch bei Vollmond mit bloßem Auge erkennen kann. Obendrein zieht die ISS über's Firmament - und Alexander Gerst, 'unser' Astronaut dort oben kann einen sicher noch viel spektakuläreren Blick auf den Blutmond erhaschen! Wie gerne würde ich mit ihm tauschen!

Foto Europa Dass die Plejaden im Moment ebenfalls gut sichtbar sind und uns täglich ein Dutzend Sternschnuppen zur Wunscherfüllung schicken, geht bei dem ganzen Mondspektakel fast unter. Aber was soll ich sagen: mein einziger Wunsch geht tatsächlich in Erfüllung: die Erde dreht sich weiter!

Auf der Suche nach ... Schatten [DE] Auf der Suche nach ... Schatten

Foto Europa Ein wenig beneide ich den Mond: kann er sich doch mindestens einmal im Monat in den Schatten der Erde flüchten! Vor der Hitze entfliehen.

Wir auf der Erde - genauer in Mitteleuropa - haben dieses Jahr nicht so viel Glück! Auf uns brennt die Sonne herab. Unbarmherzig. Seit Wochen ohne Unterbrechung. Die Temperaturen klettern auf selten zuvor gemessene Höchstwerte: 35 Grad, 38 Grad, ja 40 Grad. Celsius, nicht Fahrenheit! Definitiv wird der Sommer 2018 in die Annalen der Wetter­geschichte eingehen als einer der heißesten des Jahrhunderts. Und als einer der niederschlagsärmsten des Jahrhunderts! Denn Regen kennt man allenfalls noch von Hörensagen! Hie und da entladen sich einzelne, unwetterartige Gewitter: lokal begrenzt, kurz und heftig. Die Wetterexperten sprechen davon, dass nur ca. fünf Prozent der Fläche Bayerns überhaupt nass werden!

Eines ist in diesem Sommer so gefragt wie selten: Schatten!

Foto Europa Wer es sich leisten kann, setzt sich ins klimatisierte Büro, unter die schattige Kastanie oder hängt seine Beine in den kühlen See. Persönlich bin ich über den Jahrhundertsommer nicht böse: bin ich doch extreme Temperaturen und Wüste gewohnt! Doch die nicht zu übersehenden Anzeichen des Klimawandels lasssen auch mich nachdenklich werden! Sind das eigentlich noch Anzeichen - oder ist das schon der Klimawandel selbst? Was tun wir dagegen?

Was tut die Weltpolitik dagegen? Auffällig selten höre ich in letzter Zeit Ausdrücke wie 'Klimaschutz', 'Emissions­minderung' oder 'Umweltschutz'! Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, die große Politik hat den Kampf gegen den Klimawandel völlig aufgegeben. Nach dem Motto: "Da können wir sowieso nichts mehr richten!" ...

Mit diesen trüben Gedanken flüchte ich mich in die Möglichkeiten drei und vier, um Abkühlung zu finden: Wald und Gebirge! Beides zusammen - also prächtige Voraussetzungen, um der Hitze zu entkommen - findet man u.a. an der deutsch/tschechischen Grenze: im Erzgebirge und der sächsischen Schweiz. Das ist von Bayern aus ohne schweißtreibende Fahrerei erreichbar ... und glänzt oberdrein mit einem bemerkenswerten Lokalkolorit: Weltruf genießen die Handwerksarbeiten aus dem Erzgebirge bei Schwibbogen- und Pyramidenliebhabern, die sächsische Schweiz hingegen bei Klettersteigfans und freeclimbern!

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Das Erzgebirge war bekannt als die Kühlkammer der früheren DDR. Bis zu sechs Monate pro Jahr kann hier Schnee liegen, obwohl die Höhenlagen eher gemäßigt sind. Der Fichtelberg, der höchste Berg dieser Region erhebt sich ganze 1215m, Oberwiesenthal zu seinen Füßen war bis in die 1980-er die bekannteste Kaderschmiede für Skifahrer der DDR. Die Silber-, Wolfram- und Kobalterze hingegen, die dem Gebirge seinen Namen gaben, waren schon viel früher erschöpft: schon ab dem frühen 19. Jahrhundert widmeten sich die Menschen hier dem Handwerk und kreierten sogenannte Erzgebirgische Volkskunst: Schwibbögen, Nußknacker und Pyramiden, weltweit gesuchte Geschenke zur Weihnachtszeit. Lange Winterabende und weit verstreute Weiler boten und bieten noch immer prima Voraussetzungen für diese Kunst, die nach wie vor von geschickten Händen in Heimarbeit hergestellt wird.

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

Daneben ist die gesamte Region durchzogen von einem dichten Netz von Loipen und Wanderwegen. Hier kann man Wochen oder Monate verbringen - je nach Jahreszeit auf zwei Beinen oder zwei Brettl'n - ohne einen Weg zweimal zu gehen. Die früher gefürchtete Grenze zum geliebten Bruder Tschechien ist heutzutage eher eine Attraktion als ein Hindernis und viele der Wanderwege und Loipen kreuzen die Grenze, ohne dass man seinen Pass vorzeigen muss.

Trenner

Dort, wo die Labe - aus Tschechien kommend - das Grenzgebirge durchbricht und als Elbe weiter zur Nordsee fließt, erstreckt sich eine geologisch hochinteressante Region: die sächsische Schweiz, ein Eldorado für Kletterer jeder Couleur. Auch Wanderer fühlen sich hier wohl, die schattige Wege suchen und auf eine wenig Adrenalin nicht gänzlich verzichten wollen.

Foto Europa Das Städtchen Königstein, dreißig Kilometer östlich der Landeshauptstadt Dresden ist das Einfallstor zu dieser attraktiven Region. Seine Burg erhebt sich stattliche 250 Meter oberhalb des Flusses und thront auf einem Sandsteinklotz, wie er für diese Gegend so typisch ist: senkrechte Felswände bieten prima Schutz vor Überfällen, das ebene Gipfelplateau prima Voraussetzungen für eine Behausung. Schon um 900 u.Z. zogen sich die ersten Menschen hierher zurück, um 1200 u.Z. enstanden die ersten Burgen. Die heutige Burg Königstein - Stammsitz der sächsischen Könige - wurde allerdings erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts fertiggestellt.

Foto Europa

Die Barabrine, eine fast fünfzig Meter hohe, freistehende Felsnadel ist das Wahrzeichen der sächsischen Schweiz. Auf jeder zweiten Postkarte ist der imposante Stein zu finden. Wegen Witterungsschäden darf er heute nicht mehr bestiegen werden. Kein Grund zum Jammern allerdings, denn im Umland laden mehrere Dutzend ähnlich imposante Felsen zur Ersteigung ein.

Foto Europa Dabei glänzen manche dieser Sandsteinformationen mit ganz ulkigen Namen: »Schreckensteiner Turm«, »Höllenhundwächter«, »Bierturm«, »Zitronenkopf«, »Papststein«, »Narrenkappe«, »Räuberhöhlenturm«, »Vexierturm«, »Mönch«, »Klabautermann« ... und wie sie alle heißen. Die Hälfte der Namen kann ich dabei gar nicht entziffern, denn die sind nur auf Tschechisch vermerkt ... denn nach der grünen Grenze setzt sich die sandsteinerne Pracht noch einige Dutzend Kilometer fort. Grün ist die Grenze im wahrsten Sinn des Wortes: verläuft sie doch mitten durch den weitgehend unberührten Wald - eines der größten grenzüber­greifenden Naturschutz­gebiete Europas! Wahrlich ein Leckerbissen - auch für hitzegeplagte Wanderer, die im gemischten Laub- und Nadelwald köstlichen Schatten finden können.

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

"Eine ungewöhnliche Kältewelle überquert am Wochenende Deutschland!" vermeldet die Wetterfee schmunzelnd. Tatsächlich fällt das Quecksilber um fast zehn Grad ... erfrischende 25 Grad am Samstag. Bevor es sich am Sonntag zu neuen Höchstwerten aufschwingt. Grund genug, die Location zu wechseln und noch einen - kurzen - Blick in die Großstadt zu werfen: Dresden.

Foto Europa Foto Europa Foto Europa Foto Europa

to be continued ...

Button Rechts geht's weiter nach Marokko (Afrika; Überwinterung 2018/2019) ...

Fußnoten:
(die Nummern führen zurück zur jeweiligen Textpassage ...)

An der Gasanlage müssen alle zehn Jahre zwingend die Regler und Anschlussschläuche gewechselt werden. Zudem hatte mein SECUMOTION-Regler (TRUMA) einige Probleme, sodass ich nicht böse bin, einen einfacheren Regler ohne Crash-Sensor montieren zu können.

An der Lady Grey müssen nach 133.000 Kilometern natürlich einige Service-Arbeiten erledigt werden. Zudem sifft eine Dichtung am linken Achschenkelbolzen, was dem Prüfer der DEKRA nicht gefällt. Sonst ist aber alles im Lot - schließlich prangt auf dem Kühlergrill der Lady der bekannte Löwe von MAN.

Beim zunehmenden Mond wächst die Sichel ja von rechts zur Mitte, beim Austritt aus dem Erdschatten wird es links zuerst hell.

Noch ein paar Anmerkungen zum Jahrhundertsommer:
Die Temperaturen klettern wie gesagt auf selten zuvor gemessene Höchstwerte: die Durchschnittstemperatur des April liegt 3,5 Grad (!) über dem langjährigen Mittel! Mai, Juni und Juli setzen jeweils noch eines drauf.
So etwa alle zwei Wochen zieht ein sogenanntes 'Randtiefdruckgebiet' durch. Was früher tagelange Regenfälle brachte und gelegentlich Anlass zu wetterbedingten Depressionen war, huscht dieses Jahr nur vorüber, hinterlässt ein paar oberflächliche Pfützen und am nächsten Tag brennt die Sonne wieder vom blauen Himmel.
Der Boden ist ausgedörrt, die Bauern müssen ihr Getreide vorzeitig einholen, um es nicht vollständig verdorren zu lassen. Kraftwerke müssen eingedrosselt werden (sie dürfen nicht mehr soviel Kühlwasser entnehmen und die Flüsse damit weiter aufheizen), im Rhein wird ein historisches Fischstreben befürchtet (auf Grund von Wassertemperaturen über 27°), der Zeiger für 'Waldbrandgefahr' zeigt auf ultra-rot, einzelne Politiker denken öffentlich über eine Verstärkung der Feuerwehren nach!
Nicht zu überhören auch der Ruf der Bauern nach Entschädigungen wegen der Ernteausfälle. Man spricht von einem dreistelligen Milliardenbetrag!