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Kaltes Land mit gleißender Sonne: Bolivien

BOL


May 25 2016

Villazón (Grenze zu Argentinien, Bolivien) (GPS: 22°05,753'S; 065°35,800'W)

Foto Peru Die dicken Socken tun gut. Trotzdem kriecht die Kälte rasch die Beine hoch. Die lange Thermo-Unterhose musste im Schrank bleiben - jetzt gäbe ich ein Königreich dafür. Die Hände kann ich nicht tief genug in den Taschen des Anoraks versenken. Trotzdem friere ich wie ein Schlosshund. Es ist fünf Uhr morgens auf dem Altiplano. 3500m. Noch eine halbe Stunde!

Die Schlange der Wartenden ist gut hundert Meter lang. Eingemummt in Decken, Schals, Anoraks, Mützen und zehn Röcke. Die meisten sind Indigenas aus dem Hochland. Sie bibbern wie ich. Drinnen hinterm Schalter sitzen zwei Beamte. Auch sie warm verpackt. Heizung ist selbst für Staatsdiener ein Fremdwort - dafür gib's dünne Anoraks mit imposantem rot-gelb-grünem Aufdruck. Vielleicht macht ja Arbeit warm? Gegen halb sechs öffnet endlich ein Schalter. Den Stempel in den Pass zu drücken, dauert eine Ewigkeit. Ich hab' mich in der Schlange ein bißchen nach vorn gemogelt  - ich möchte nicht zum Eiszapfen werden. Doch es dauert fast eine Stunde, bis die zwanzig Menschen vor mir abgefertigt sind. Vielleicht ist ja der Stempel noch kalt?

Wir sind in Villazón bzw. La Quiaca (auf argentinischer Seite), einem der berühmt-berüchtigten Grenzübergänge. "Die argentinischen Zöllner sind höchst pedantisch, die Bolivianer brauchen eine Ewigkeit für jeden Handgriff", so steht's in den meisten Führern schwarz auf weiß. Dem kann ich nicht einmal widersprechen.

Von der grausamen Kälte hat keiner geschrieben! Vielleicht hilft es aber doch, wenn ich mir warme Gedanken mache? Einfach an wärmere Regionen denke? Doch kuschelig warme Fleckchen wollen mir zu Bolivien - zumindest zum Altiplano - beim besten Willen nicht einfallen! Ein kaltes Land mit gleißender Sonne! Und wundervollen, herzenswarmen Menschen! Nimmt man die paar Beamten mal aus. Die Gedanken wandern zurück in den wenigstens ein paar Grad wärmeren Norden des Landes ...

Noch 'ne unbekannte Hochkultur: Tiahuanaco

Foto Bolivien Drüben in Peru werden die unbekannten Kulturen gleich in Dutzenden gezählt. Und alle waren sie Vorfahren der uns nun schon recht vertrauten Inka. Diesseits der Grenze, in Bolivien, hält man sich mit dem Inka-Erbe eher bedeckt. Doch eine der frühesten Kulturen auf heute bolivianischem Boden hatte einen gewaltigen Einfluss auf den peruanischen Kulturraum: Tiahuanaco, oder Tiwanaku, wie es auf den wenigen Ortsschildern geschrieben steht.

Foto Bolivien Zwanzig Kilometer südlich das Titicacasee, liegt es mitten im ursprünglichen Siedlungsgebiet der Inka. Die machten sich ja erst nach Erscheinen von Manco Chápac und Mama Occlo auf den Weg nach Cuzco. Tiahuanaco selber ist sehr viel älter und soll seit 600BC bewohnt gewesen sein. Seine Blütezeit hatte das zeremonielle und religiöse Zentrum zwischen etwa 700AD und 1200AD, wonach sich die Spur der Tiahuanacos im Grau der fehlenden Geschichts­schreibung verliert. Einige ihrer Gene finden sich bestimmt bei den heutigen Cuzceños und im Valle Sagrado wieder! Auch die Verbindungen zu weit älteren Kulturen, wie etwa der von 'Chavín de Huántar' (siehe hier) - die allgemein als Wiege der süd­ameri­kanischen Kulturen gehandelt wird - lassen sich kaum von der Hand weisen. Auch zeitlich passt das recht gut zusammen.

Der Bummel durch die weiträumige Ruinenanlage - manches ist schon arg restauriert, anderes noch weitgehend im Urzustand - gibt ein interessantes Bild der alten Metropole ab. Besser noch, man war vorher im informativen Museum: dann wird der Eindruck der Anlage, wie sie früher ausgesehen haben mag noch viel lebendiger.

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Trotz aller Pracht und Restauration doch ein eher karger Nachgeschmack zu den gewaltigen Anlagen wie Tikal, Tukume oder Chan-Chan! Doch Tiahuanaco rundet das Bild der frühen andinen Hochkulturen prächtig ab! Fürs erste soll es aber die letzte antike Kulturstätte auf meinem Weg gen Süden sein!

Foto Bolivien Von nun an ist Landschaft angesagt!

Halt, vorher doch noch etwas Kultur! Kultur der modernen, lebenslustigen Bolivianos.

In Copacabana (ja, auch im Hochland Boliviens gibt es so etwas) ist Remmidemmi angesagt. Das ganze Wochenende lang geht's rund - und weil's so schön ist, geht's gleich bis Dienstag weiter. Die kleine, malerisch gelegene Stadt am Ufer des Titicacasees feiert das Jubiläum ihres Schutzpatrons, genauer das 'Festividad del Señor de la Santa Cruz de Colquepata' - und die farbenfroh gewandeten Tanzgruppen kommen von weit her, um gemeinsam zu feiern, zu tanzen, zu ratschen ... und das eine oder andere Bierchen zu kippen. Von hochprozentigerem ganz zu schweigen. Eine Hochlandsause eben, wie sie in Peru oder Ecuador genauso abgehen könnte.

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Fotoalbum Mehr Bilder des farbenprächtigen Festes in Copacabana findet ihr rechts ...

Aber jetzt: Landschaft pur! Landschaft vom Feinsten. Versprochen!

Ein Weg mit Hindernissen: Richtung Süden!

Foto Bolivien Foto Bolivien Den ersten Stopp lege ich kurz vor Sorata ein. Der Ort selbst wird in jedem Führer als Wander- und Bergsteigerparadies gepriesen. Oben am Pass ist man dem Paradies aber viel näher! So vertrete ich mir zwei Tage lang die Beine, was in den weiten, offenen Tälern hier heroben eine wahre Freude ist. Von überall schweift der Blick zu den Fünf- und Sechstausendern der Cordillera Real, den Königsbergen, die auch die östliche Begrenzung des Altiplano bilden. Es sind nicht die höchsten Berge Boliviens, aber auch nicht gerade die häßlichsten!

Foto Bolivien Danach muss ich mich wohl oder übel wieder auf die Nationalstraße #2 begeben. Die achtzig Kilometer sind eine einzige Baustelle, alle paar Kilometer wird man von einer halbfertigen Fahrbahn auf die andere umgeleitet. Was immer mit Schritttempo und viel, sehr viel Holperei verbunden ist. Freude am Fahren kommt dabei jedenfalls nicht auf! Der ganzen Kriecherei setzten die letzten Kilometer in La Paz noch die Krone auf: Foto Bolivien ab Stadtgrenze wird der gesamte Verkehr aus dem Norden des Landes über unbefestigte, schmale, holprige, gänzlich unmarkierte Feldwege - genannt 'Seiten­straßen' ausgeleitet. Fußgänger überholen dort noch jeden Bus! Ist das geschafft, geht der Rest von La Paz - respektive von El Alto - ihrer Schwesterstadt auf der Anhöhe - schnell und unspektakulär über die Bühne: am Flughafen rechts abbiegen und bei der 'Autopista' wieder rechts. Dann immer gerade aus. Schon geht's Richtung Süden: auf der autobahnähnlichen Nationalstraße #1 nach Oruro (häßliche Industriestadt) und in die bolivianische Pampa. Mein Ziel liegt noch weit, weit im Süden: ein weltbekannter See aus Salz.

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Stadt der tausend Landcruiser: Uyuni

Erste Anlaufstelle im Süden Boliviens ist Uyuni, ein modernes, aus dem Wüstenboden gestampftes Nest mitten in der endlosen, unwirtlichen Pampa. Das erste was in den breiten Straßen auffällt sind die Autos. Unerwartet viele wälzen sich durch die Karrees. Und alles schauen fast gleich aus: 4WD, meist Toyota Landcruiser, meist passabel in Schuß, ausnahmslos mit riesigen Gepäckträgern auf dem Dach, wo sich ein halbes Dutzend 50-Liter-Kanister, Proviant­kisten und die Rucksäcke der Touris aneinanderquetschen. Auf den Türen großformatige Aufkleber der Rally Dakar (die war hier zu Anfang 2016 zu Gast). Im Innern drängen sich - neben dem Fahrer - fünf bis acht (je nach Agentur) dick eingepackte Touristen. Denn es ist kalt und windig. Angeblich sei Uyuni die kältestes Stadt Boliviens.

Foto Bolivien Foto Bolivien Die einzige Daseinsberechtigung für den ganzen Ort liegt - neben dem 'Salar' - in seinem Friedhof! Kein gewöhn­licher Friedhof. Einer für Lokomotiven und Waggons der Eisenbahn. Drei Kilometer außerhalb des Orts stehen mindestens zwei Dutzend ausrangierte und ausge­schlachtete Dampfloks aus den Vierziger- und Fünfziger- Jahren. Damals war Uyuni noch ein wichtiger Eisen­bahn­knoten für den Transport von Salz, Silber und Erzen aus dem Süden des Landes. Noch heute führen die Gleise in die Silberstadt Potosi, an die Grenze zu Chile (und hinunter an den Pazifik) sowie nach Argentinien (und den Gran Chaco).

Ausnahmslos alle Reisenden - solche aus La Paz wie solche von weiter her - wollen den berühmten 'Salar' sehen, den Salzsee. Die meisten hängen gleich die Ruta de Lagunas an, eine Drei- bis Viertagestour durch die landschaftlichen Highlights im äußersten Südwesten Boliviens. Und die sind - natürlich - auch mein Ziel! Davor steht aber - selbstredend - der 'Salar' auf dem Programm.

Ein typisch bayerischer See: der Salar de Uyuni

Am Horizont kriecht ein stecknadekopfgroßes Etwas entlang. Dort, wo das Weiß an einer messerscharfen Linie dem Azurblau weicht, scheint es nach Westen zu schweben. Dann noch eine Stecknadel. Kurz darauf eine dritte. Im Feldstecher kann ich sie schemenhaft erkennen. Es sind Landcruiser, offenbar hoch bepackt, die da lautlos dem Sonnenuntergang zuschweben. Sicher drei von den Tausend, die ich in Uyuni gesehen habe. Sie sind auf dem Weg zur Insel Inca Huasi. Das Eiland liegt mitten im See, mehr als achtzig Kilometer von jedem Ufer entfernt. Ein rettende Insel inmitten des riesigen Sees. Die einzige Zuflucht für die fünf Dutzend Touris, die es jeden Tag hierher verschlägt.

Ja, richtig. Die Landcruiser fahren auf dem See - so wie die Lady Grey auch. Wir sind auf dem Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Erde. Zwölftausend Quadratkilometer weißes, gleißendes Salz. 3665m über dem Meer gelegen. Zwölftausend Quadratkilometer allerfeinster, weiß gekachelter Piste. Ein absolut außerirdisches Erlebnis! Es gibt nur zwei Farben in diesem Universum: weiß (Salz) unten, blau (Himmel) oben. Sonst nichts! Rein gar nichts! Grün? Absolute Fehlanzeige! Grau? Nur die Lady! Braun? Nur verwaschen am Horizont, wo sich ein paar Sechstausender in den azurblauen Himmel recken.

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Das Fahren auf dem Salz ist gar nicht so ohne. Nicht nur, dass die Fahrer der Tausend Landcruiser in Uyuni lautstark und bildreich Geschichten erzählen. Geschichten von Dutzenden ahnungsloser und eigenmächtiger Autotouristen, die sich unverantwortlich leichtsinnig - und ganz ohne Führer - auf das gefährliche und völlig unvorhersehbare Salz begeben haben ... und leider, leider nicht wiederkamen ... "Vielleicht buchen Sie doch besser eine Tour bei unserer Agentur!" Gegen Cash versteht sich. Gegen viel Cash. Im Ernst, man sollte wirklich Obacht geben und den gesunden Menschenverstand nicht gleich an der Einfahrt abgeben! Trotz der grenzenlosen Freiheit, die man nirgends so intensiv wie hier verspürt!

Foto Bolivien In dem gleißenden, überall gleichen Weiß kann man schon mal die Orientierung verlieren. Himmelsrichtungen existieren nicht, die Sonne steht im schlimmsten Fall genau im Zenith. Wie gut, wenn man GPS an Bord hat - und damit umzugehen weiß! Ja, hier ist dieses kleine technische Wunderwerk wirklich Gold wert! Da kann man sich schon mal erlauben, fünfzig oder hundert Kilometer quer über den See zu brausen - absolut ohne irgendwelche Wegmarkierungen! Nur der Kompassnadel folgen! Da kommt tatsächlich Freude am Fahren auf. Nur du, das Weiß des Salzes und das Blau des Himmels! Allein in einem grenzenlosen Universum ...

Foto Bolivien Den Untergrund sollte man bei all der Brauserei nicht ganz aus den Augen verlieren. So, wie es in den Wüsten 'guten' und 'bösen' Sand gibt, gibt es hier zwischen zigtausend Quadratmeilen 'gutem', sprich tragfähigem Salz eben auch ein paar Stellen, wo das Salz dünn und brüchig ist. Wo es keine neun Tonnen Lady Grey trägt. Da sollte MAN am besten einen großen Bogen 'rum machen! Meist sind solche Stellen aber markiert bzw. an einem etwas dunkleren Weiß zu erkennen. In der Nähe von Inseln sind generell Achtsamkeit und Abstand gefragt!

Die größte Gefahr dürfte aber darin bestehen, sich tagsüber einen Sonnenbrand oder nachts ein paar Frostbeulen zu holen. Die in vielen Führern 'angepriesenen' -15°C bleiben mir zwar erspart, aber zwei, drei Grad unter Null zeigt das Quecksilber jeden Morgen. Sobald sich die Sonne aber vom Horizont erhoben hat, wird's schnell wärmer. Dafür bläst dann ein unangenehmer, hartnäckiger Wind über das weiße Nichts.

Foto Bolivien Ist dir dein Auto lieb und teuer - wie mir die Lady - solltest du das gute Stück besser etwas vorbereiten. Der Salzbeschuß durch die Reifen ist enorm und bevor du dich versiehst klebt an allen möglichen - und unmöglichen - Ecken eine dicke, steinharte Salzkruste. Was Lack, Lager, Elektrik und jedwede Eisenteile sehr zu schätzen wissen! Zum Glück gibt's in Uyuni einige Autowaschanlagen, die sich darauf spezialisiert haben und wissen, wie den schlimmsten Schäden vorzubeugen ist (z.B. Gelenke abschmieren, Unterboden waschen und einölen - und in Folge einstauben - und nach Rückkehr das ganze sofort wiederholen).

Gut vorbereitet und ausgerüstet steht dem Funcruisen auf der endlosen Salzscholle nichts im Weg. Meine Befürchtung, dass es auf dem See vor Landcruisern nur so wimmelt, erweist sich als voreilig. Tatsächlich sehe ich sie nur ganz vereinzelt am fernen Horizont vorbeiziehen - die Fahrer halten sich ja penibel an die wenigen ausgewiesenen Pisten.

Foto Bolivien Das Fahren auf dem endlosen Weiß macht wirklich höllisch Spass. Keine Holperpiste! Keine Topes! Keine Geschwindigkeitskontrolle! Keine rote Ampel! Links fahren? Rechts fahren? Wer fragt schon danach? Die pure Freiheit am Steuer: auf deutschen Autobahnen nicht wirklich angebracht - hier in vollen Zügen zu genießen! Sicher könnte man hier auch einen 911-er mal so richtig ausfahren ...

Ausgesprochen schwierig hingegen gestaltet sich die Suche nach Nachtplätzen. Ein Platz ist schöner als der andere - schwierig, sich zu entscheiden! Ist der Motor dann aber abgestellt, fällt etwas anderes ins Auge - besser ins Ohr: die Stille. Es herrscht eine derart intensive Stille, dass das eigene Atmen zur Ruhestörung wird. Gäbe es doch nur mehr Orte wie diesen!

Foto Bolivien Endgültig auf einen anderen Planeten versetzt fühle ich mich dann im äußersten Westen des Sees. Dort, wo nicht einmal vereinzelte Reifenspuren das Weiß durchkreuzen, liegt an einer Landzunge ein gutes Dutzend kleiner und kleinster Inseln. Allesamt vulkanischen Ursprungs, allesamt nur Felsen, Steine ... und Kakteen. Das Tollste aber ist das Fahren zwischen den Inseln. Am Meer sehe ich oft neidvoll den Skippern zu, wie sie zwischen malerischen Inseln kreuzen. Wie sie in einsamen Buchten Anker werfen. Hier kann ich selber Skipper sein - an Bord der Lady Grey! Auch wenn die Inseln nicht ganz so malerisch und die Buchten genauso einsam sind wie alles außenherum ...

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Kurz und gut: Der Salar de Uyuni ist das unvergleichbare Sahnestückchen der Bolivien-Etappe! Wenn nicht sogar der bisherigen Südamerika-Etappe. Der See ist einfach nicht von dieser Welt! "Und was ist jetzt daran bayerisch?" werdet ihr fragen. Weißes Salz und blauer Himmel: Weiß-Blau eben, die bayerischen Landesfarben! "Claro?"

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Malheur zur rechten Zeit: große Bergungsaktion

Hätte ich doch nur gleich auf den Kalender geschaut! Nicht, dass ich abergläubisch wäre, aber heute erwischt es mich mit voller Breitseite! Schon nachts bilde ich mir allerlei Wehwehchen der Lady ein, die sich bei der morgendlichen Kontrolle allesamt als wirre Fantasien entpuppen. Da alles in Ordnung scheint, mache ich mich gleich noch zur landschaftlich so sehenswerten Ruta de Lagunas in den äußersten Südwestzipfel Boliviens auf. Bei Tanil Vinto, einem Nest mit drei Häusern ist seit Tagen zunächst wieder Festland erreicht. Das Weiß des Salzsees findet ein apruptes Ende, doch die Piste windet sich nach wie vor am Rande des Salars entlang. Das Gelände kommt mir nicht ganz geheuer vor und ich will gerade wenden. Da wird die Lady auch schon heftig abgebremst - und steckt fest.

Foto Bolivien Nur das linke Hinterrad ist eingebrochen und ich hoffe, die Lady schnell wieder flott zu bekommen. Doch je mehr ich grabe (um die Sandbleche unterzulegen), desto mehr sackt das Rad weg! Mist! Der Dreck, den ich heraushole ist ein einziger zäher Brei, der mir klebrig zwischen den Fingern zerrinnt. Kein Wunder, dass auf dieser Pampe der Reifen keinen Halt findet! Da wird mir nichts anderes übrig bleiben, als nach einem Traktor oder einem LKW Ausschau zu halten, der mich aus dem Schlam(m)massel rauszieht!

Das Dorf ist nicht weit - und die Leute freundlich und hilfsbereit. Doch Traktor oder LKW? Fehlanzeige! Vermutlich wissen Iwan und Heider, die beiden starken Männer des Orts nicht, worauf sie sich einlassen, als sie mir überaus freundlich ihre Hilfe anbieten. Ich bräuchte gar nichts zu tun, sie haben das schon oft gemacht!

Mit dem hauseigenen Bergungsgerät - vornehmlich Säcke und Planen sowie zwei lange Holzlatten - sind wir schnell am Ort des Geschehens. Noch immer frohgemut machen sich die zwei ans Werk: Chassis hochheben und Rad aus dem Schlamm wuchten. Doch wie sie es auch anfangen, das Rad bewegt sich keinen Millimeter! Sackt eher noch weiter weg. Nach zwei Stunden zieht Iwan verdrieslich von dannen und will nun doch einen Traktor organisieren. Doch dessen Fahrer wink nur ab - ihm ist das Terrain zu unsicher! Bleibt nur weitergraben! Kurz und gut: am späten Nachmittag - nach sechs Stunden schweißtreibender Plackerei - haben wir das Rad soweit freigelegt und auf trockenen, tragfähigen Sand abgestellt (den uns die zwei Angetrauten der starken Männer säckeweise aus der Nachbarschaft heranschleppen!) Der erste Startversuch misslingt, nach dem zweiten sitzt die Lady tiefer im Schlamm als zuvor - nur eine Reifenlänge weiter vorn.

Also das gleiche Spielchen von vorne! Nun schaffen wir es - rekordverdächtig - in einer guten Stunde. Just im rechten Moment kommt einer der Tausend Landcruiser des Wegs, die ich gestern noch so abfällig beäugt hatte - und der Fahrer bietet tatsächlich an, die schwere Lady rauszuziehen. Ich hege zwar nicht recht viel Hoffnung (zwei Tonnen gegen neun Tonnen) - aber Minuten später steht die Lady tatsächlich wieder auf trockenem, festen Untergrund. Die Erleichterung auf allen Seiten ist groß, besonders auf meiner! Danke, danke, danke!

Foto Kenia Eigentlich fix und foxy mache ich die Lady wieder halbwegs fahrbereit - trotz der geschätzten halben Tonne Schlamm, die an Rädern, Achsen und Aufbau kleben. Nach einem leckeren Abendessen auf Kosten des Hauses (der beiden starken Männer) krieche ich todmüde in den Schlafsack und schlafe ein, kaum dass ich das Kissen berühre. Über die vierhundert US-Dollar, die sich die beiden starken Männer verdient haben, verliere ich nicht mal im Traum einen Gedanken.

Erst am Samstag morgen fällt dann mein Blick ganz zufällig auf den Kalender. Gestern war ja Freitag der dreizehnte! Und irgend etwas lag schon am frühen Morgen in der Luft! Aber schließlich hat ja alles doch noch ein gutes Ende gefunden! Neben einem halben Dutzend böse verbogener Sandbleche, einer dreckstarrenden Lady, einem ausgewachsenen Sonnenbrand und einem ebensolchen Muskelkater ist nichts geblieben - nicht mal ein paar aufregende Actionfotos! emoticon09 Trotzdem - ein früherer Blick auf den Kalender hätte mir das alles - vielleicht - erspart!

Nachzutragen bleiben noch drei oberbayerisch/unterfränkische Radlfahrer auf dem Weg von Patagonien nach Kolumbien, die mittendrin des Weges kommen. Und prompt ihre Hilfe anbieten, als sie mein Bayern-Fahnd'l am Dach sehen. Vielen lieben Dank und Euch weiterhin gute Fahrt!

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Mehrere der Landcruiser-Fahrer hatten nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ich ihnen von meiner geplanten Route über die Lagunen und die Berge im Südwesten Boliviens erzählte. Worte wie "unmöglich", "viel zu schmal" und "sehr viel Neuschnee" fielen und beim letzten deuteten sie auf Tischhöhe. So viel Neuschnee sei gefallen, oben in knapp 5000m Höhe. "Natürlich gibt es keine Schneepflüge, die Strecke wird einfach für ein paar Tage gesperrt!" So oder so ähnlich berichteten alle unisono.

Also will ich den bösen Steckenbleiber auf dem allerersten Kilometer dieser Route ausnahmsweise als 'Hinweis mit dem Zaunpfahl' nehmen und nichts erzwingen. Mit dem Kopf durch die Wand (wie ich das sonst oft gerne tue), erscheint mir hier nicht angebracht! Im Nu ist eine alternative Route gefunden, zwar nicht halb so aufregend wie die 'Ruta de Lagunas', dafür gut zu fahren - aber auch recht abwechslungsreich! Flexibilität ist oberste Bürgerpflicht!

Foto Bolivien Foto Bolivien Also kehrtmachen und Uyuni in Richtung Nordosten verlassen. Genau entgegengesetzt zur ursprünglichen Planung. Das erste der neugefundenen Ziele heißt Potosi, die reichste Stadt Amerikas. Zumindest zu Zeiten der Spanier. Die Fahrt dorthin führt durch herrliche, ab­wechs­lungs­reiche Landschaft. Stetig bergauf, bergab und mit tollen Ausblicken, wenn man oben ist. Je näher Potosi rückt, desto farbiger werden die Berge. Erst weicht das Braun und Grau der Felsrücken einer fast feuerroten Erde, dann ragen plötzlich himmelhohe Felswände senkrecht aus dem Boden, dann wieder erscheinen grüne Bäume in weiten, sandigen Flusstälern. Nach jeder Bergkuppe gibt's Neues und Interessantes zu sehen. Dabei klettert der Höhenmesser unaufhörlich, obwohl der Salar de Uyuni ja schon auf schlappen 3660m Höhe liegt. Als die Stadt erreicht ist, zeigt das GPS gute 4180m über dem Meeresspiegel.

Schneewittchen und Aschenputtel: Tür an Tür

Die 'reichste' Stadt Amerikas würde ich eher als die 'schmutzigste' Stadt bezeichnen wollen. Der Grund für beide Einschätzungen ist identisch - und überragt die höchstgelegene Stadt Boliviens noch einmal um gute fünfhundert Meter. Sein Name ist Cerro Rico, der 'reiche Berg'.

Das legendäre El Dorado, das Land voller Gold haben die spanischen Conquistadores nie gefunden. Dafür erzählte ihnen jemand von einem 'reichen Berg'. Weit ab, mitten in der Bergwüste der Cordillera Oriental. 1545 war's, als sie Spanier die reichen - und scheinbar unerschöpflichen - Silberadern des Bergs entdeckten. Foto Bolivien Tage später war Potosi gegründet und der ersten Stollen in den Berg getrieben. Das Silber, das in diesem einen Berg abgebaut wurde, soll angeblich ausgereicht haben, eine Brücke über den Atlantik zu bauen - ganz aus Silber. Legende hin, Legende her: das Silber, das über Lima und Panama ins Mutterland verschifft wurde, hielt die spanische Monarchie über Jahrhunderte an der Macht. Beeinflusste sogar die europäische Machtpolitik nachhaltig!

Foto Bolivien Der himmlische Reichtum, der den Spaniern da in die Hände fiel fußte nicht zuletzt auf der schweißtreibenden Arbeit vieler Tausend Inkas und Indigenas, die in mühseliger Handarbeit die Stollen schlugen und das Erz an die Oberfläche beförderten. Eine höllische Arbeit, bei der ein Menschenleben nicht viel zählte. Bis heute hat sich daran wenig geändert, auch wenn die meisten Silberadern längst erschöpft sind - und der Berg aussieht wie ein Schweizer Käse.

Foto Bolivien Dennoch erhält die Grubenindustrie die ganze Stadt weiterhin am Leben und die Minen finden sich heute im weiten Umkreis um den Cerro Rico. Allenthalben wird gebuddelt, werden Schächte niedergebracht, laufen Zerkleinerungs-, Filter- und Auf­bereitungs­anlagen. Die Landschaft ist über­sät mit riesigen Absetzbecken, in denen der giftige Sud aus Mineralien und Chemikalien, der beim Reinigen des Erzes anfällt, gereinigt werden soll. Kein wirklich appetitlicher Anblick, auch wenn die Seen in allen Regenbogenfarben schimmern! Ich möchte aber gar nicht wissen, was dort drin alles 'rumschwimmt! Das Trinkwasser der Stadt und ihrer Umgebung jedenfalls kommt nicht aus dem Wasserhahn - sondern in Flaschen aus dem Supermarkt!

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Foto Bolivien Ganz anders in der zweiten großen Stadt im Süden des Landes: in Sucre. Vom Bürgersteig würde ich dort (noch) nicht essen wollen, aber das Wasser aus dem Hahn ist kristallklar und genießbar. Die Autos (alle!) halten an roten Ampeln, die Straßen sind piksauber, die Parks akribisch gepflegt und die Häuser strahlend weiß. Ihr habt richtig gelesen, die Häuser sind hier allesamt weiß gestrichen. Sucre ist die einzige Stadt im nördlichen Südamerika, in der die Häuser tatsächlich verputzt und geweißelt sind! Nicht diese tristen, unansehnlichen, halb­fertigen, rostig roten Backsteinkisten wie in anderen Städten. Und welchen Unterschied so ein bißchen Farbe doch gleich macht! Alles sieht um Welten freundlicher aus, die Bewohner tragen ein Lächeln auf den Lippen und jeder ist zu einem netten Schwatz aufgelegt.

Oder liegt es daran, dass Sucre die Hauptstadt des Landes ist. Damit vermutlich ein paar Bolivianos mehr im Stadtsäckel hat als andere Orte? La Paz hat zwar deutlich mehr Einwohner (1,5 Mio), aber Sucre (250.000 Einwohner) ist der Verfassung nach Hauptstadt des Landes. Hier wurde 1825 die Unabhängigkeit erklärt und die erste Verfassung erarbeitet. Dinge, auf die die Einwohner und Stadtväter mächtig stolz sind. An den Universitäten der Stadt sollen alle großen Männer des Landes studiert haben - und die Stadt gilt heute noch als 'Thinktank' des Landes.

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Dazu Museen vom Feinsten, allen voran die Casa de la Libertad, in der die Unabhängigkeitserkärung unterzeichnet wurde und die heute als symbolisches Herz der Nation gilt. Oder die Prefectura de Chuquisaca, die der Casa optisch nur wenig nachsteht. Alles ist für den heutigen Präsidentenbesuch prächtig herausgeputzt und an den Einfallstraßen stehen Dutzende von Schulklassen Spalier, jubeln und schwenken Fähnchen. Oder gilt das etwa doch der Lady Grey, die da auf den von der Polizei abgesperrten Straßen dem Präsidenten gemächlich entgegenrollt? (Der kommt uns tatsächlich wenige Minuten später entgegengefahren und wir müssen kurz anhalten.) Sucre ist - trotz meiner bekannten Phobie - die erste Stadt, in der ich mich rundherum wohlfühle. Das will schon etwas heißen!

Foto Bolivien Doch die Zeit drängt (ein ganz klein wenig). Durch meinen geänderten Routenplan liegen noch mehrere hundert Kilometer vor mir, von denen ich nicht weiß, wie die Straßenverhältnisse sind. Denn eines muss man der Bolivien-Landkarte von National Geographic lassen: manche Angaben sind um Jahre veraltet, andere schlichtweg falsch. Da sind Straßen eingezeichent, wo es nicht mal Feldwege gibt. Dagegen sind manche Feldwege inzwischen vierspurig ausgebaut und geteert. Jedenfalls ist auf nix Verlass! Außer auf die Auskünfte der lokalen Busfahrer. Und die sagen: "Von Sucre nach Oruro oder La Paz geht's nur über Potosi!" Na gut, dann eben 250 km Umweg fahren! Sie sagen aber auch "Es gibt eine neue, gut asphaltierte Straße von Potosi an die Argentinische Grenze, nach Tupiza und Villazón!" Also: wieder 'mal Route umplanen und auf nach Argentinien!

Von dort soll es - nach übereinstimmenden Angaben in drei von vier Landkarten - eine gute, aber abenteuerlichere Route nach Chile geben, die beide direkt in die Atacama Wüste führen. Und dort will ich schließlich hin! Anzeichen von Wüste gibt's zwar hier schon genug, aber die Atacama: das ist doch etwas ganz besonderes! Liegt fast so gut auf der Zunge wie Sahara oder Kalahari! Jedenfalls nix wie hin!

Foto Bolivien Die Fahrt durch das riesige menschenleere Niemandsland südlich von Potosi ist nicht atemberaubend, aber schön und voller Abwechslungen! Der Höhenmesser pendelt dauernd zwischen 2500 und 4000 Metern. Mal fährt man stundenlang über weite, ausgedehnte Ebenen - die Bezeichnung Altiplano könnte hier erfunden worden sein - mal taucht man ab in tief eingeschnittene Schluchten ebenso namen- wie wasserloser Flüsse. Unzählige wundervolle, stille Nachtplätze sind hier zu finden - auch wenn es morgens allenthalben unangenehm kühl wird.

Nahe Tupiza wird die Landschaft noch einmal richtig aufregend: rote, weiße, schwarze und gelbe Berge wechseln sich ab. Viele nette, mehrtägige Wanderungen könnte man hier unternehmen - zu Fuss oder auf dem Pferderücken. Doch mein Terminkalender treibt mich weiter. 'Treiben' ist allerdings nicht ganz der richtige Ausdruck, denn hetzten lasse ich mich schon lange nicht mehr!

Foto Bolivien Anfangs völlig unbemerkt, über die Wochen kontinuierlich gewachsen, gewinnen langsam die kleinen Sehn­süche Oberhand. Die Sehnsucht nach wärmeren Regionen. In denen nicht jede Nacht der Arktis-Schlafsack angesagt ist. In denen ich nicht den ganzen Tag in Hemd, Pullover und dicker Jacke rumlaufen muss. In denen der Wind auch mal Pause macht. In denen ich meine lausige Erkältung endlich zu den Akten legen kann. Sehnsucht nach Höhen, in denen man wieder richtig schnaufen kann. In denen man nicht nach drei Handgriffen völlig außer Atem ist. Ach ja, das blaue Meer, stiller Sandstrand, ewig sich brechende Wogen erhalten nach drei völlig 'wasserfreien' Monaten - eine nie dagewesene Anziehungskraft!

Voller Vorfreude ziehe ich also am Mittwoch die frisch gebügelten 'Grenzklamotten' an, rolle die letzten Kilometer nach Villazón, zahle zum letzten Mal die fällige Straßenmaut und bin nach der Lektüre der Reiseführer auf das Schlimmste in Sachen Grenze gefasst.

Die letzte Hürde: Villazón

Foto Bolivien Auf eine Blockade der Grenze allerdings hat mich niemand vorbereitet! Zumal die Bolivianos eher Menschen sind, die geduldig ihr Leid ertragen. Die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Doch die Grenzabfertigung und das Verhalten der Argentinier muss ihren Unmut wohl schon in Vergangenheit gewaltig geschürt haben. Jedenfalls blockieren bolivianische Taxi- und Brummmifahrer den einzigen Grenzübergang weit und breit - für unbestimmte Zeit.

Zwei Tage dauert das schon - und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Verhandlungen laufen, doch beide Seiten zeigen sich unnachgiebig. Die ganze Stadt Villazón wird blockiert, kein Bus, kein Auto, kein Moped, kein Radfahrer kommt durch! Die Brummi- und Taxifahrer sind nicht allein - die komplette Bevölkerung Villazóns - Männern wie Frauen stehen geschlossen hinter ihnen. Vermutlich auch deshalb, weil viele von ihnen drüben (im vergleichsweise reichen Argentinien) arbeiten. In der Stadt herrscht gespenstische Stille, nur aus den Transistorradios dröhnt lautstark die Verhandlung, die live über­tragen wird.

Foto Bolivien Meine Wut auf die Streikenden hält sich in engen Grenzen. Ein Schwatz mit den Einheimischen ist aufschlussreich. Jeder will wissen, ob es so etwas auch in Europa gibt und - natürlich - wie mir Bolivien gefällt. Dennoch wird der Nachmittag lang, die Nacht senkt sich über die Stadt und ich suche schon nach Alternativen. Doch plötzlich erzählt jemand, dass man sich geeinigt hätte. Und tatsächlich - spät am Abend werden die Straßensperren beiseite gefahren. Der Weg zum Schlagbaum ist wieder frei. Die Grenzer jedoch sind längst nach Hause gegangen. Die Nacht im Schlafsack wird unruhig - und kurz.

Um vier Uhr kommen die ersten Grenzgänger, innerhalb weniger Minuten ist die Schlange vorm Schalter der bolivianischen Migracion zwanzig und mehr Meter lang! Jedermann, jederfrau eingehüllt und vermummelt bis zur Unkenntlichkeit. Keine fünf Minuten später geselle ich mich völlig unausgeschlafen dazu, muss aber noch die Lady in den Zollhof bugsieren. Da hat die Schlange längst die Hundert-Meter-Marke geknackt. Jeder bibbert geduldig vor sich hin - und ich schleiche mich zu brasilianischen Motorradfahrern, die auch schon die ganze Nacht warten. Die ganz weit vorn in der Schlange stehen.

Irgendwann sind wir dann offiziell aus Bolivien ausgereist. Die Lady und ich. Ein neuer - vermutlich eiskalter - Stempel ziert meinen Pass. Der Rest geht - vergleichsweise - zügig über die Bühne. Inzwischen ist die Sonne aufgegangen, ihre warmen Strahlen tun gut - erwecken sogar die Lebensgeister der argentinischen Zöllner zu ungeahntem Leben. Schon gegen neun Uhr kann ich vom Zollhof rollen.

Ich bin in Argentinien!