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Mnchen - Sydney, zum zweiten

Ostafrika

ER ETH KEN TAN MAL


Mar 22 1997

Abenteuerliche Piste auf dem Zomba Plateau Liwonde (Malawi)

"Manchmal wünschte ich mir, ich wär mein Hund ..."

Dieser Song von Reinhard Mey kommt mir unwillkürlich in den Sinn, wenn ich an den gestrigen Tag denke.

Dabei fängt er ganz harmlos mit einem farbenprächtigen Sonnenaufgang an. Nach den nebligen oder regnerischen Morgen der letzten Tage ein richtig gutes Zeichen ... So lasse ich mir (noch) gut gelaunt das Frühstück schmecken und starte schon um sieben Uhr auf der wenig einladenden Piste. Bis Mittag möchte ich wieder unten in Zomba auf dem kühlen Plateau sein, um die zwei Osterkarten (Eltern und S.) noch rechtzeitig zur Post zu bringen.

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Mar 11 1997

Blumen am Wegesrand ... Kande Beach (Malawi)

Die halbe Nacht habe ich nicht geschlafen, grölende Touris und heulende Hunde rauben mir den letzten Schlaf auf den viel zu engen Camp in Nkhata Bay am hübschen Lake Malawi. So trolle ich mich beizeiten wieder von dannen und rolle noch Hundert Kilometer nach Süden, wo ich am Kande Beach trotz der vier Overlander-Trucks einen überraschend schönen und ruhigen Platz finde. Gerade noch rechtzeitig vor dem hereinbrechenden Regenschauer finde ich einen herrlichen Platz mit Blick über den Strand, 100 Meter entfernt eine felsige Insel (Lizard Island?) und die blauen Wasser des Malawi-Sees. Vom gegenüberliegenden Ufer grüßen die Berge Mozambiques. Hier werde ich wieder ein paar Tage Rast machen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und endlich mein Kühlschrank-Programm (Berechnung der Kälteleistung über Oberfläche und Isolation) fertig stellen.

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Feb 26 1997

Silversands Camp (Tansania)

"Kannst du nicht mal ein bisschen an einem Ort bleiben, mal richtig ausspannen??" Das habe ich mich oben in Kenia schon ab und zu gefragt. Hier bei Dar es Salaam, am Strand des Indischen Ozeans gibt es ausreichend Anlass dazu: erstens brauche ich dringend ein paar Ersatzteile, die ich aus Deutschland schicken lassen muss. Zweitens ein paar neue Reifen. Drittens eine ganze Latte von Kleinarbeiten am Sandfloh. Viertens ist der Platz hier billig, sauber und gut gepflegt. Welch eine Wohltat, nach dem Desaster in der Twiga Lodge.

Nun wieder der Reihe nach: von meinem netten, einsamen, ruhigen Platz nahe der Salt-Lick Lodge will mich am Nachmittag - wie hätte es anders sein können - ein Ranger vertreiben. Doch ich lasse mich nicht vor die Tür setzen und schließlich zieht er wieder von dannen, schickt aber früh am nächsten Morgen zwei von seinen Jungs zu mir, um nachzusehen, ob noch alles heil ist. Kurz darauf bin ich wieder auf Achse - freiwillig - und rolle die recht passable Piste bis zur Grenzstation in Taveta. Von Teerstraße allerdings, wie im Reiseführer für 1995 angekündigt, weit und breit keine Spur. Außer auf tanzanischer Seite, die mich nicht nur mit freundlichen Zöllnern begrüßt, sondern auch mit einer frisch geteerten, gut zu fahrenden Teerstraße bis weit hinter Arusha.

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Feb 02 1997

Affenbrotbaum Bei Salt Lick Lodge (Kenia)

Nach langer Zeit kann ich wieder einmal Tagebuch schreiben wie Gott mich erschaffen hat. Zu lange stand ich auf den beiden Campingplätzen an der Küste Kenias, zu lange stand ich im Fokus der anderen Camper, zu lange konnte ich nicht ich selbst sein. Doch heute habe ich ein herrlich einsames Plätzchen gefunden, an dem ich mich trauen darf. Wenigstens am letzten Abend in Kenia will ich ein bisschen frei sein ...

Ansonsten ist es mit der Freude hier in Kenia nicht weit her. Mit dem Mount Kenya habe ich nicht nur den geographischen Höhepunkt überschritten, sondern offenbar auch den stimmungsmäßigen. Jedenfalls geht mir seither das Land so gegen den Strich, dass ich lieber heute als morgen abreisen würde. Doch die Regenzeit in Malawi ist erst Ende März vorbei und vorher will ich eigentlich dort nicht einreisen. Das heißt, zwischen hier und dem schönen Wetter dort liegen noch zwei lange Monate und nur ein Land, das ich eigentlich auch so schnell wie möglich abarbeiten will: Tansania.

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Jan 16 1997

Prachtvolle Natur Naro Moru River Lodge (Kenia)

Morgens den Sonnenaufgang auf einem der höchsten Berge Afrikas erleben und abends im 4-Sterne-Restaurant bei Kerzenschein dinieren: diese herzhaften und erfrischenden Kontraste finden sich nur hier am Mount Kenya! Und sie sind es, die einer Besteigung dieses herrlichen Gipfels den allerletzten Schliff geben.

Vor vier Tagen habe ich mich auf den Weg gemacht. Die von der Lodge organisierten Fahrten zur Meteorologischen Station sind mit 60 US-Dollar pro Fahrt allerdings weit außerhalb meines Budgets. Daher stapfe ich am Sonntagmorgen guten Mutes die langweilige Zufahrtsstraße zum Nationalpark entlang und hoffe, dass mich jemand ein Stück mitnimmt. Doch der Verkehr ist spärlich um diese Uhrzeit und erst kurz vor dem Parkeingang sammelt mich ein Ranger auf und erspart mir fünf Kilometer Stapferei mit dem jetzt schon schweren Rucksack. Noch während ich am Eingang des Nationalparks die verschiedenen Gebühren bezahle, kommt auch eine größere deutsch/österreichische Gruppe mitsamt Trägern und Führern angefahren und bald bin ich mit dem Fahrer handelseinig, dass er mich die restlichen acht Kilometer bis zur Meteorologischen Station mitnimmt.

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Jan 03 1997

Familie am Pistenrand Lake Baringo (Kenia)

Mann, war das eine schwere Geburt: nachdem ich mich lange genug davor gedrückt habe, nehme ich heute früh endlich die Reparatur des Scheibenwischers in Angriff. Nachdem es gestern abend am Lake Baringo - ganz untypisch für diese Jahreszeit - geregnet hat, denke ich mir, es könnte nicht schaden, auch so unwichtige Teile wie den Scheibenwischer funktionsfähig zu haben. Also heute morgen alle Entschlußkraft zusammengenommen und den Werkzeugkasten herausgeholt. Doch der Fehler will einfach nicht gefunden werden: entweder läuft der Wischer überhaupt nicht oder auch dann, wenn er abgeschaltet ist. Nach viel Sucherei glaube ich, den Fehler endlich behoben zu haben. Also alles wieder zusammenbauen und nochmals probieren: und siehe da, der Heimlauf geht wieder nicht - ein typischer Wackelkontakt eben. Und bis ich den finde, gehen nochmals anderthalb Stunden ins Land. Doch jetzt ist tatsächlich alles wieder auf Vordermann und nun kann es meinetwegen auch wieder regnen.

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Dec 20 1996

Auf Haarnadelkurven geht's bergauf, bergab Lake Langano (Äthiopien)

Weiterhin zeigt Äthiopien zwei völlig gegensätzliche, widersprüchliche Gesichter; jeder Traveller, mit dem ich spreche, bestätigt mir das. (Obwohl diejenigen, die mit einer zu deutschen oder europäischen Einstellung reisen, diesem Land so schnell wie möglich den Rücken kehren wollen.) Auf der einen Seite besticht die landschaftliche Schönheit dieses abwechslungsreichen Landes, seine ethnische Vielfalt (nach ein paar Hundert Kilometern triffst du schon wieder einen neuen Stamm), seine netten und hilfsbereiten Menschen, sobald man näheren Kontakt mit ihnen hat. Auf der anderen Seite begegnet man einer Armut, die durch allgegenwärtige, z.T. aufdringliche Bettelei erst richtig bedrückend wirkt und zweitens einer Einstellung Touristen gegenüber, die ihn nur als Vieh klassifiziert, das nach Strich und Faden ausgenommen werden muss, ohne dass er dafür Anforderungen stellen dürfte.

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Dec 08 1996

Grandiose Ausblicke im Bergland Bahir Dar (Äthiopien)

Welche Kontraste dieses Land doch bieten kann. Vorgestern noch, oben in Gondar muss ich fast einen Alarmstart hinlegen, um aus dieser Stadt zu verschwinden, die mich mit ihren aufdringlichen Kindern fast erdrückt hätte. Und gestern, hier in Bahir Dar am Südufer des Tana-Sees empfängt mich eine gut geteerte Straße, freundliche Kinder, die mir zwar zuwinken, aber mich sonst in Ruhe lassen und ein paar Jugendliche, die mich in fließendem Englisch willkommen heißen und sich erst in zweiter Linie als Guide andienen wollen. Doch nun der Reihe nach:

Die herrliche Gegend am Wolkefit-Pass genieße ich noch eine weitere Nacht und wache am andern Morgen fast fröstelnd auf. Das Thermometer zeigt gerade mal 3 Grad über Null, ich kuschle mich in den warmen Schlafsack, bis mich die ersten warmen Sonnenstrahlen überreden, doch aufzustehen. Noch liegen niedere Nebelfelder über den Wiesen, als ich den Sandfloh starte und weiter auf gleich bleibender Höhe über ein fast ebenes Plateau gen Süden rolle. Wo sind nur die viel versprechenden Simien-Mountains mit ihrer atemberaubenden Szenerie geblieben. Völlig überrascht rolle ich schon 5 Kilometer später in Debark ein, einem schmutzigen, kleinen Dorf, wo der Aufstieg in die Berge beginnen soll.

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Dec 05 1996

Betende Mönche in Lallibella Wolkefit Pass (Äthiopien)

Sonnendurchfluteter Eukalyptuswald, weiße Wolken an einem tiefblauen Himmel, blökende Schafe um den Sandfloh herum, grasende Pferde mit einem tapsigen Fohlen auf einer sattgrünen Wiese, der Sandfloh im Schatten junger Eukalytusbäume: 3100 m zeigt der Höhenmesser: der Wolkefit-Pass, nahe den Simien-Mountains im Nordwesten Äthiopiens.

Allerdings hat es auch unerwartet lange gedauert, bis ich diesen Höhepunkt meiner Äthiopientour erreicht habe: die Piste, eigentlich ganz gut zu fahren, besteht aber doch weitgehend aus Steinen - oder besser kleinen Felsbrocken - die oft nur im Schritttempo, manchmal sogar nur im zweiten Gang (!) genommen werden können. Besonders die Kehren und die Ortsdurchfahrten haben es gehörig in sich. Trotz langer und anstrengender Fahrerei habe ich es gestern nicht bis herauf geschafft, musste Pause einlegen und heute Morgen noch einmal drei Stunden herauf kriechen, bis endlich die Passhöhe erklommen war Die Piste schlängelt sich seit Inda Selase nur so über die Ausläufer der Simien -Mountains. Wohl bemerkt über, nicht etwa wie bei uns in den Flusstälern entlang, sondern immer wieder auf einen Bergrücken hinauf, dann ins nächste Tal hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. Das Ganze auf einem Niveau zwischen 1500 bis 2000 Meter über dem Meer. So habe ich zur Durchquerung des schmalen Tekeze-Tales allein über eineinhalb Stunden gebraucht. Die Brücke unten ist übrigens seit Jahren wieder aufgebaut, die Info im Afrika-Führer nicht mehr ganz up-to-date.

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Nov 30 1996

Interessierter Besucher Bei Adrigrat (Äthiopien)

Das ist wieder ein Tag so ganz nach meinem Gusto! Schon morgens sehe ich di (Äthiopien)e Sonne hinter dem Horizont vorkriechen, was meist ein gutes Zeichen ist. Oben an der höchsten Stelle von Asmera, dem chinesischen Restaurant sehe ich zu, wie die Sonne über den Horizont klettert. Ihre jungen Strahlen schieben auch die ersten Wolken über die Schwelle, die gleich östlich von Asmera fast 2500 Meter zum Roten Meer abfällt: ich stehe quasi über den Wolken, ein herrliches Gefühl. Kurz darauf tauchen die ersten Sonnenstrahlen auch die Stadt in herrliches Licht, aber die Fotos, die ich schießen will, sind wenig spektakulär, dazu ist Asmera einfach zu flach gebaut. Und frischer Smog der morgendlichen Buskarawane liegt auch schon über der Stadt.

Trotzdem lasse ich mir das Frühstück schmecken, zwei Scheiben frisches, selbst gebackenes Brot sind eine wahre Leckerei nach all dem Weißbrot, das es sonst gibt. Dicke weiße und schwarze Qualmwolken verlassen den Auspuff, als der Sandfloh - gut wie immer - anspringt: in 2500 m Seehöhe ist die Luft wesentlich dünner und die Einspritzpumpe düst noch immer so viel Diesel ein, als wenn ich auf Meereshöhe fahren würde; doch wenn der Motor warm wird, legt sich das rasch wieder, solange ich das Gaspedal nicht ganz durchtrete.

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Nov 22 1996

Früherer Palast in Massawa Massawa (Eritrea)

Das Wetter wird langsam zum roten Faden, der sich durch meine Berichte zieht - genauer gesagt: schlechtes Wetter: der Regen, der in Aquaba nur in dunklen Wolken hing und den frisch gewaschenen Sandfloh dann doch verschonte, hat mich hier im Osten Eritreas, in der Danakil-Wüste eingeholt: die Leute an der TOTAL-Tankstelle meinen sogar, dass sie noch nie so viel Regen auf einmal gesehen haben. Und wenn ich mir die riesigen Pfützen so ansehe, die seit Tagen hier in der Wüste stehen und einfach nicht kleiner werden wollen, bin ich sicher, dass das Monatsmittel von 27 mm Niederschlag pro Quadratmeter im November bei weitem überschritten wurde. Entsprechend hoch ist auch die Luftfeuchte (70 bis 80 %), was bei 30 Grad im Schatten nicht immer angenehm ist. So muss ich mich buchstäblich zwingen, diesen Tagebucheintrag zu schreiben, obwohl es wieder eine ganze Menge Interessantes zu berichten gibt. Diesmal wirklich Abenteuerliches.

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