Site Network: Lady Grey | Sandfloh 1+2 | Gästebuch | Impressum | History | Der Autor | Suche+Sitemap |

KARTE


Winter in Bayern: ein Versuch
(Laufender Blog)

BY ES ES

Button Links geht's zurück nach Mitteleuropa (Frühjahr/Sommer 2020) ...


Nov 06 2020

Bayreuth City (GPS: 49°56,066'N; 011°35,558'E)

Foto Web "Winter in Deutschland? Brrrrrh! Nichts für mich!" Viele Jahre hatte ich mich mit Händen und Füßen gewehrt und viele tausend Kilometer Fahrerei auf mich genommen, um der kalten Jahreszeit zu entkommen. In wärmere, südlichere Gefilde zu fliehen, ganz wie die Zugvögel das tun. Nicht, dass ich etwas gegen den Winter hätte: eine tiefverschneite Landschaft in strahlender Wintersonne hat durchaus seinen Reiz! Von g'führigen Pisten und Schnee­schuh­wanderungen auf einsamen Almen ganz zu schweigen! Aber mal ehrlich: gibt es so etwas heute noch?

Foto Web Auch die Hersteller von 'Nasivin'®, 'Antigrippalin'® und 'Tempo'® will ich nicht mehr unterstützen als zwingend notwendig. Und nasskaltes Schmuddelwetter, Eisregen, Graupel, Nebel und rutschigen Straßen sind erst recht nicht mein Ding! Folglich hatte ich stets Reißaus genommen, sobald das Thermometer auch nur in die Nähe einstelliger Pluswerte zu fallen drohte. Meinem Ruf als 'Wüstling' bin ich das schließlich schuldig!

Dieses Jahr muss ich mir allerdings etwas Neues einfallen lassen: an Flucht ist nicht zu denken! Marokko, das nächstgelegene Ziel, um dem Winter wirklich zu entrinnen, befindet sich noch immer weitgehend im Corona-Lockdown und hält seine Grenzen geschlossen. Alle anderen Ziele (Südspanien, Sizilien oder Ägäis) wären allenfalls zweite Wahl, im Grunde nur Notbehelfe und die Infektionszahlen steigen auch dort in astronomische Höhen. Keine Orte, wo man ins Krankenhaus müssen möchte. Besser daheimbleiben!

Nach und nach reift ein ungewöhnlicher Entschluss.

Foto Kolumbien In den letzten Monaten nämlich flackerte immer mal wieder eine Sehnsucht auf. Zunächst nur ganz leise, aber mit der Zeit lauter, hartnäckiger und dringlicher: "Mach Schluss mit dem Reisen! Werde wieder sesshaft!"' Befeuert wird sie nicht zuletzt durch den Virus und die aktuellen Unwägbarkeiten des Reisens. Weltweit, europaweit, ja sogar deutschlandweit: nahezu wöchentlich ändert sich die Situation und jedweder Plan - egal, wie wenig ambitioniert er gewesen sein mag - ist morgen nur noch Makulatur. Grafik Auch die Geschichte mit der Nachhaltigkeit und den nicht eben geringen Auswirkungen meiner Touren auf die Umwelt geht mir seit dem Malediven-Ausflug nicht mehr aus dem Sinn. Und das, obwohl ich seither den CO2-Ausstoß der Lady Grey zu mehr als hundert Prozent kompensiere (siehe hier ).

Foto Web Ungefragt schleichen sich immer wieder Fantasien in mein Hirnkastl, wie es denn wäre, ein paar Jahre an einem Ort zu bleiben. Sesshaft zu werden. Gedanken, die mir bislang ausgesprochen fremd waren. Oder die ich erfolgreich verdrängt hatte?! Denen aber irgendeine Faszination anhaften muss, sonst kämen sie nicht so hartnäckig wieder. Warum das Ganze also nicht mal testen?

Folglich werde ich diesen Winter einen gewagten Versuch starten: Sesshaft werden auf Probe!

Die größte Herausforderung ist zunächst, die Lady Grey winterfest zu machen, sodass ich sie in einem Schuppen nicht weit von hier unterstellen kann: Tanks entleeren, putzen, Wasserleitungen ausblasen und all die netten Dinge, die nötig sind, um ein unbeheiztes, fahrbares Haus heil über den Winter zu bringen. Und die Winter hier in Oberfranken können richtiggehend kalt werden - falls es mal einen richtigen Winter gibt.

Foto Deutschland Foto Deutschland Foto Deutschland Foto Deutschland

Das zweite ist die Suche nach einem passenden Quartier: nach einer wirklich idyllisch gelegenen Ferienwohnung beim Bauern, bei der ich - ganz nach Einsiedlerart - jede Scheibe Brot und jede Flasche Wein zu Fuß über mehrere Kilometer hätte heranschleppen müssen, entscheide ich mich doch für ein etwas moderneres Domizil im netten und überraschend grünen Bayreuth, wo Bäcker und Vinothek gleich nebenan liegen. Die Sesshaftigkeit soll schließlich nicht daran scheitern, dass ich elendiglich verhungern oder verdursten muss. Da hätte ich gleich in der Sahara bleiben können! emoticon

Nach den ersten Tagen der Akklimatisation versuche ich nun meine Tage mit (halbwegs) sinnvoller Tätigkeit zu füllen. Heute war das Tagebuch dran. Bleiben noch 144 Tage! emoticon

Wie es weitergeht, steht momentan noch in den Sternen ... oder weiß die Kristallkugel etwa mehr?

Foto Web

Grafik Grafik P.S. Reisen hat Nebenwirkungen! Positive auf den Reisenden selbst. Negative auf die Umwelt. Bei unserem Tun sollten wir das nicht übersehen! Daher habe ich den CO2-Fußabdruck auch für diese Etappe um 6.090kg reduziert, indem ich die Einsparung in Schwellen­ländern unterstütze. Mehr zum Thema 'Nachhaltigkeit' findet ihr hier.

Fußnoten:
(die Nummern führen zurück zur jeweiligen Textpassage ...)

[0] Text, Text, Text.